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[quote="Dengel"][quote] Es handelt sich um eine Höflichkeitsform mit einem leicht imperativem Unterton. [/quote] Nicht nur, dass es mir tatsächlich völlig unverständlich wäre, wie man das auch nur annähernd als höflich empfinden könnte, auch vor allem, dass man es nicht als Angriff, als extreme Herabsetzung und dergleichen verstehen könnte, was ich nur imstande bin zu tun, ist mir mindestens ebenso unverständlich. Ich kann null Zugang finden beim Versuch eine Sichtweise zu finden, die mich diese Ausdrucksform als auch nur im geringsten höflich empfinden, verstehen lassen könnte. Ich wüsste nicht, woher bei einer solchen Formulierung, die ja nach meiner Kenntnis / Gewohnheit etwas völlig anderes ausdrücken müsste, etwas, das man eher als Gegenteil von "Höflichkeit", jedenfalls in den mir bekannten Zusammenhängen, werten könnte / müsste, überhaupt eine Höflichkeit überhaupt erzeugt werden könnte. "Sie dürfen mir jetzt mal (sehr gerne) meine Schuhe putzen. Und mir danach einen Kuchen backen, woraufhin sie mich über die vollbrachte Ausführung (gerne) einmal vorsichtig ansprechen dürfen." Klingt einfach wie völliger Irrsinn / Wahnsinn. Als ob man es mit gestig Behinderten / Eingeschränkten zu tun hätte, ist eher mein Gedanke, und das dem Sprecher mitzuteilen. Aber man könnte ja auch nicht ausschließen, dass der Sprecher es tatsächlich, wodurch auch immer in einer Weise völlig irregeleitet, die ihresgleichen suchte, höflich meint. Es müsste doch aber diese Nutzung von "dürfen" irgendwo irgendwann einmal ihren Ursprung gehabt haben. So etwas müsste sich doch auf irgend eine Weise etabliert haben als sozusagen eine Verwendung mit "plötzlich" gegenteilige Bedeutung. Na ja, das wird wohl auf die Weise geschehen sein, in der sich Sprache eben einfach verändert, wenn auch auf abstruse, abartige Weise.[/quote]
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Dengel
Verfasst am: 10. Aug 2025 21:48
Titel:
Zitat:
Es handelt sich um eine Höflichkeitsform mit einem leicht imperativem Unterton.
Nicht nur, dass es mir tatsächlich völlig unverständlich wäre, wie man das auch nur annähernd als höflich empfinden könnte, auch vor allem, dass man es nicht als Angriff, als extreme Herabsetzung und dergleichen verstehen könnte, was ich nur imstande bin zu tun, ist mir mindestens ebenso unverständlich. Ich kann null Zugang finden beim Versuch eine Sichtweise zu finden, die mich diese Ausdrucksform als auch nur im geringsten höflich empfinden, verstehen lassen könnte. Ich wüsste nicht, woher bei einer solchen Formulierung, die ja nach meiner Kenntnis / Gewohnheit etwas völlig anderes ausdrücken müsste, etwas, das man eher als Gegenteil von "Höflichkeit", jedenfalls in den mir bekannten Zusammenhängen, werten könnte / müsste, überhaupt eine Höflichkeit überhaupt erzeugt werden könnte. "Sie dürfen mir jetzt mal (sehr gerne) meine Schuhe putzen. Und mir danach einen Kuchen backen, woraufhin sie mich über die vollbrachte Ausführung (gerne) einmal vorsichtig ansprechen dürfen." Klingt einfach wie völliger Irrsinn / Wahnsinn. Als ob man es mit gestig Behinderten / Eingeschränkten zu tun hätte, ist eher mein Gedanke, und das dem Sprecher mitzuteilen.
Aber man könnte ja auch nicht ausschließen, dass der Sprecher es tatsächlich, wodurch auch immer in einer Weise völlig irregeleitet, die ihresgleichen suchte, höflich meint.
Es müsste doch aber diese Nutzung von "dürfen" irgendwo irgendwann einmal ihren Ursprung gehabt haben. So etwas müsste sich doch auf irgend eine Weise etabliert haben als sozusagen eine Verwendung mit "plötzlich" gegenteilige Bedeutung. Na ja, das wird wohl auf die Weise geschehen sein, in der sich Sprache eben einfach verändert, wenn auch auf abstruse, abartige Weise.
Bookworm
Verfasst am: 10. Aug 2025 18:21
Titel: Höflichkeit
Es handelt sich um eine Höflichkeitsform mit einem leicht imperativem Unterton.
Ich würde da auch lieber ein freundliches "Bitte.." hören,doch ich denke,daß es sich um eine Modeerscheinung handelt,ohne einen bestimmten Hintergrund.
Narrativ,Agenda,Causa
wären für mich Beispiele für Trends bei den Substantiven,oft verwendet von "Bildungsbürgen" mit journalistischem Hintergrund,welche besonders gebildet erscheinen wollen.
Bookworm.
Dengel
Verfasst am: 08. Aug 2025 15:25
Titel: Neue Verwendung von 'dürfen'?
Ich höre seit einiger Zeit immer öfter, vor allem gehört im Krankenhaus vom Personal oder in Arzt-Praxen vom Personal, aber auch in anderem Umfeld, abartig erscheinende Formulierungen zum Kunden / Rezipienten, wie:
Sie DÜRFEN sich jetzt (gerne) dahinsetzen und warten. Sie DÜRFEN dieses Formular (gerne) ausfüllen. Sie DÜRFEN dies und jenes (gerne) tun.
Es wird also etwas gefordert, gewünscht von jemandem, (für einen) etwas zu tun, zu unterlassen etc., das geäußert wird mit einer Erlaubnis das zu tun, zu unterlassen? Was hat es mit "dürfen" in diesem Zusammenhang auf sich? Hat seine Verwendung in mir bislang unbekanntem Kontext (etwa wie mit den grausamen, inflationär genutzten "gerne" und "Narrativ") irgend eine bestimmte Bedeutung, einen bestimmten Hintergrund? Was soll damit ausgedrückt, erreicht werden? Wie kommt es zu dieser Nutzungsweise? Ist "dürfen" jetzt eine (neue) Höflichkeitsform?