RegistrierenRegistrieren   LoginLogin   FAQFAQ    SuchenSuchen   
Gedichtsanalyse "Im Grase" von F.G. Jünger
 
Neue Frage »
Antworten »
    Foren-Übersicht -> Textanalysen und Interpretationen
Autor Nachricht
etui444
Gast





BeitragVerfasst am: 18. Feb 2011 16:31    Titel: Gedichtsanalyse "Im Grase" von F.G. Jünger Antworten mit Zitat

Hi!
Ich muss als Hausaufgabe eine Gedichtsanalyse zu "Im Grase" von F.G. Jünger verfassen. Leider scheitert es schon an der Deutungshypothese...
Ich weiß, dass das was mit der magischen Naturlyrik zu tun hat und wir haben auch schon was im Unterricht besprochen, aber mir fehlt noch so der "Interpretationsschlüssel", also irgendwas worauf ich aufbauen kann. Ich habe schon im Internet gesucht, aber keine Analyse gefunden unglücklich
Kann mir einer grob sagen, was man als Deutungshypothese sehen kann? Den Rest schaff ich alleine...
Danke im Vorraus!
Xabotis



Anmeldungsdatum: 29.12.2010
Beiträge: 848

BeitragVerfasst am: 18. Feb 2011 20:19    Titel: Re: Gedichtsanalyse "Im Grase" von F.G. Jünger Antworten mit Zitat

Hallo etui,

stell bitte das Gedicht hier hinein, dann werden wir dir gerne helfen.

Wink

_________________
There is nothing, neither good nor evil, but human thinking makes it so. (W. Shakespeare)
etui444
Gast





BeitragVerfasst am: 18. Feb 2011 21:08    Titel: Antworten mit Zitat

Achja, ganz vergessen: Zunge raus
Im Grase

Wer sich ins Gras legt,
Wer lang liegt, für den ist
Zeit und Mühn nichts.
Wer liegt, der vergißt.

Was sich um ihn bewegt,
Wenn er liegt,
Bewegt ihn sanft mit.
Er wird gewiegt.

Ihn verläßt, ihn flieht
Zahl und Zeit.
Er entrinnt, ihm verrinnt
Lust und Leid.

Weise wird er, still
Wie das Gras, das grüne Moos.
Er bettet sich tief
In der Himmlischen Schoß.

Der Wind kommt und geht.
Die Wolke zieht.
Der Falter schwebt. Der Bach
Murmelt sein Lied.

Halm und Laub
Zittern und flüstern leis.
Wasser und Wind
Gehen im Kreis.

Was kommt, geht. Was geht, kommt
In der Wiederkehr Gang.
In der Himmlischen Bahn
Wird die Welt Tanz, wird Gesang.
Gast11022013
Gast





BeitragVerfasst am: 18. Feb 2011 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, etui444! Willkommen

Ich kenne den Begriff der Deutungshypothese nicht, leite mir aber ab, dass damit in etwa Folgendes gemeint ist:

Man stellt eine Behauptung darüber auf, was das Gedicht bzw. das Werk aussagen könnte und muss dann diese Hypothese nach und nach "beweisen", indem man Zitation usw. nachliefert.

Demnach hast Du schon das entscheidende Stichwort geliefert: Naturmystik. Ein Aspekt davon ist das Einswerden von Mensch und Natur.
Dies scheint hier ja auch eindringlich beschrieben zu sein.

Eine denkbare Hypothese zur Deutung wäre also, dass das Gedicht über das ursprüngliche Leben des Menschen in der Natur handelt, über das Sich-Verlieren des Menschen im Unbegrenzten der Natur und die Geborgenheit des Menschen im Treiben seiner natürlichen Umgebung beschreibt.

Oder so ähnlich. Wie gesagt: Du hast das Stichwort geliefert.
Xabotis



Anmeldungsdatum: 29.12.2010
Beiträge: 848

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2011 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Dennis hat vollkommen Recht, um die Deutungshypothese noch einmal konkret einzuordnen, die Deutungshypothes wird auch Themenfrage genannt und bei ideologiekritischen Quellenanaylen (wichtig im Bereich der Geschichte) auch als Frage formuliert, sie gehört in die Einleitung des Textes und dient einerseits dazu, von den vorher genannten Fakten (Autor, Textart, Titel, etc.) zum eigentlichen Interpretationsschwerpunkt zu gelangen,. andererseits stellt sie auch schon mal eine Eingrenzung der möglichen Interpretationsansätze dar, das ist für den Leser, der sich ja auch schon Gedanken zum Text gemacht hat, insofern wichtig, als dass er die These dees Autors verstehen kann.

Zur konkreten Hypothese dieses Gedichtes hat Dennis bereits alles vollkommen richtig erläutert.

Wink

_________________
There is nothing, neither good nor evil, but human thinking makes it so. (W. Shakespeare)
etui444
Gast





BeitragVerfasst am: 19. Feb 2011 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Wisst ihr auch noch, wiso so ein Gedicht 1952 erschienen ist? Ein Grund wäre vll. das Nicht-Wahrhaben der Zerstörung nach dem Krieg...fällt euch sonst noch was ein?
Gast11022013
Gast





BeitragVerfasst am: 19. Feb 2011 21:33    Titel: Antworten mit Zitat

Solche Überlegungen sind natürlich rein spekulativ.
Da es Gedichte dieser Thematik zu allen Zeiten gab, ist es schwer die Motivation zu diesem Gedicht in speziellen historischen Umständen zu sehen. Es wäre - glaube ich - müßig, die Ursache eines solchen Gedichts alleine in politischen oder sozialen Lebensumständen suchen zu wollen. Wollte man nur annähernd Vollständigkeit erreichen, müsste man weit zurück gehen und sich beispielsweise fragen, ob es Parallelen gibt zwischen solcher Art Gedichten der Romantik und solcher Art Gedichten des 20. Jahrhunderts und wie diese Gemeinsamkeiten in historischen Ursachen wurzeln. Man kann das machen, ich finde das aber eher uninteressant. Du hast dazu vielleicht eine andere Ansicht.

Sicher kann man aber sagen, dass Gedichte (oder Kunstwerke allgemein) begünstigt sind durch gewissen existenzielle Sorgen oder Situationen. Die Nachwirkung des Krieges mag hier eine Motivation sein, da stimme ich Dir zu, ebenso vielleicht das langsam aufkeimende "Wirtschaftswunder". Wenn man sich ganz weit aus dem Fenster lehnen will, kann man sogar die Vorzeichen der 68er-Bewegung erkennen, aber ich halte davon nicht viel.

Du kannst dieses Gedicht in vielerlei Hinsicht als positiv oder als negativ empfinden: als Flucht oder als Errettung. Dementsprechend vielfältig ist daher auch der Versuch, historische Gründe für das Entstehen des Gedichts zu finden. 1952 waren die Kriegsschäden und -ängste weder überwunden, noch für jeden sehr bedrohlich. Armut war genauso verbreitet wie Wohlstand.

Daher wäre es, wenn man schon den Versuch wagt und Deine Frage stellt, wichtig zu wissen, wie der Dichter lebte und dachte.

Vielleicht findest Du in der Sekundärliteratur dazu etwas, im besten Fall Äußerungen des Dichters selbst.
Neue Frage »
Antworten »
    Foren-Übersicht -> Textanalysen und Interpretationen

Verwandte Themen - die Neuesten
 Themen   Antworten   Autor   Aufrufe   Letzter Beitrag 
Keine neuen Beiträge Gedichtsanalyse/Quellenanalyse nur im Präsens? 0 Gast 3072 08. Sep 2014 17:10
Philipp Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Erich Kästner- Gedichtsanalyse 1 Gast 13247 19. März 2013 11:31
lutscher Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Epoche: Sturm und Drang Gedichtsanalyse Goethe 1 Zefanja111 5667 01. Nov 2012 16:38
oberhaenslir Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge ich muss eine gedichtsanalyse und interpretation schreiben 1 lenaHB 4255 30. Sep 2012 11:31
Kelly Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge gedichtsanalyse 1 Gast 4232 15. Jun 2012 10:47
Sherlock Holmes Letzten Beitrag anzeigen
 

Verwandte Themen - die Größten
 Themen   Antworten   Autor   Aufrufe   Letzter Beitrag 
Keine neuen Beiträge Gedichtsanalyse: Der ungebetene Gast von Günter Kunert 25 Daniel1991 28404 15. Mai 2010 15:50
Noxare Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Wichtig: Gedichtsanalyse 9 Zauberwürfel 206742 11. Jan 2011 19:48
[email protected] Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Trubel um G. Grass 9 Gast11022013 5916 30. Apr 2012 16:23
Sherlock Holmes Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Georg Weerth : Arbeite (Gedichtsanalyse) 7 cks 21919 25. Feb 2019 16:07
Steffen Bühler Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Gedichtsanalyse "Der Abschied" v. J.W Goet 7 Gast 32555 15. Sep 2011 13:33
Gast11022013 Letzten Beitrag anzeigen
 

Verwandte Themen - die Beliebtesten
 Themen   Antworten   Autor   Aufrufe   Letzter Beitrag 
Keine neuen Beiträge Wichtig: Gedichtsanalyse 9 Zauberwürfel 206742 11. Jan 2011 19:48
[email protected] Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge günter eich inventur gedichtsanalyse 5 laetitia86 67549 16. Nov 2006 01:55
Sirius Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Gedichtsanalyse "Der Abschied" v. J.W Goet 7 Gast 32555 15. Sep 2011 13:33
Gast11022013 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Gedichtsanalyse Carpe Diem 0 Gast 32149 04. Okt 2010 19:51
mustang Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Gedichtsanalyse: Der ungebetene Gast von Günter Kunert 25 Daniel1991 28404 15. Mai 2010 15:50
Noxare Letzten Beitrag anzeigen