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Jack
Anmeldungsdatum: 03.07.2006 Beiträge: 57
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Verfasst am: 08. Jul 2006 15:06 Titel: |
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Wobei der Begriff Nationalismus an dieser Stelle auch eher fragwürdig ist. Patriotismus ist es zweifellos, aber Nationalismus klingt immer negativer und irgendwo auch brutaler. Menschen aus anderen Ländern werden ja trotzdem freundlich empfangen und behandelt (wenn wir von den sogenannten No-go-Areas absehen), von daher scheint dieser Party-Patriotismus mir doch eher harmlos zu sein. |
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abraxas Ehrenmoderator

Anmeldungsdatum: 19.07.2004 Beiträge: 870
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Verfasst am: 08. Jul 2006 16:53 Titel: |
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Ich wiederhole hierbei aber nur, was ich gehört habe. Sprüche wie:
"Ein bisschen mehr Nationalismus tut Deutschland gut."
"Endlich haben die Deutschen wieder etwas mehr Nationalstolz."
... und dergleichen, von Leuten, von denen man soetwas nie erwartet hätte - und eigentlich von fast allen Leuten in meiner Umgebung, ob's nun Arbeitskollegen sind oder Komilitonen.
Der Begriff Patriotismus fällt dann nach meinen Beobachtungen weniger häufig - obwohl ich ihn mindestens genausosehr verabscheue.
Für mich ist jegliche Art emotionaler Bindung zu einem Staat oder gar Konzern falsch - und ich halte sie für gefährlich.
Denn der Mensch bindet sich emotional sicher an den Staat. Aber der Staat nicht an den Menschen. _________________ Stell Dir vor es geht und keiner kriegts hin. |
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MacHarms

Anmeldungsdatum: 03.11.2004 Beiträge: 208 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 08. Jul 2006 19:39 Titel: |
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| abraxas hat Folgendes geschrieben: |
Für mich ist jegliche Art emotionaler Bindung zu einem Staat oder gar Konzern falsch - und ich halte sie für gefährlich.
Denn der Mensch bindet sich emotional sicher an den Staat. Aber der Staat nicht an den Menschen. |
Richtig! Denn ein Staat ist - wie eine Fahne - kein lebendes Wesen und kann deshalb keine Emotionen entwickeln.
Bei einem Hund sähe es da schon etwas anders aus.
Gruß von der Waterkant,
Peter |
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abraxas Ehrenmoderator

Anmeldungsdatum: 19.07.2004 Beiträge: 870
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Verfasst am: 10. Jul 2006 11:45 Titel: |
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Da wiederum gibt der Bürger tatsächlich ans arme Thier weiter, was ihm vom Staate widerfuhr:
er setzt es -ganz emotionslos, höchstens mit Abscheu - an der Autobahn aus. _________________ Stell Dir vor es geht und keiner kriegts hin. |
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MI
Anmeldungsdatum: 05.07.2006 Beiträge: 45 Wohnort: Krefeld
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Verfasst am: 10. Jul 2006 12:05 Titel: |
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Was habe ich letztens auf der Hamburger Fanmeile gesehen: Eine Plastik-Pickelhaube in Schwarz-Rot-Gold - ich entziehe mich hier einem Kommentar, doch da hört dann mein Verständnis auf. Da muss ich auch MacHarms zustimmen, dass ein bisschen mehr Geschichtskunde den Deutschen vielleicht gut tun würde.
Allerdings kann ich nicht behaupten, dass ich grundsätzlich gegen ein kleines bisschen "Nationalstolz" bin, solange es nicht in nationalistische Strömungen ausartet - DIE muss man entschieden bekämpfen. Ich weiß, dass das eine sehr leicht in das andere übergehen kann, doch ist dieses "Fanfest" Fußball-WM doch sehr friedlich verlaufen, trotz des Ausscheidens der Deutschen. Wenn das Fanengeschwenke zum Alltag würde, weiß ich zwar nicht, ob ich das weiterhin gutheißen würde, doch bleibt das erst einmal zu sehen.
Zudem werden auch einige Deutsche endlich begriffen haben, dass die in Deutschland lebenden "Türken" und/oder "Italiener", etc. zumeist Deutsche sind und sich gerne "integrieren" würden. Das ist doch auch etwas wert!
| Zitat: | | Und leider war deswegen die WM ein großer Schritt zurück. Das - zumindest oberflächlich - wohl am allermeisten antinational ausgerichtete Volk Europas ist wieder im alten europäischen Gefüge des Fahnenschwingens und Hymnensingens. |
Solange die Bildung eines vereinten Europas nicht darunter leidet, bin ich nicht unbedingt dieser Meinung. Meinen Erfahrungen nach war nur Deutschland wirklich richtig gegen Fahnenschwenken, etc. ausgerichtet. In den anderen Ländern gehörte das zwar nicht zum Alltag (und wird auch nach der WM nicht zum Alltag gehören), aber es gehörte zur Kultur.
Wenn jetzt in der Politik die Gesundheitsreform angehandelt wird, dann wird schnell wieder die Ernüchterung folgen und das Fahnenschwenken rapide zurück gehen, da bin ich mir ziemlich sicher.
Gruß
MI |
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MacHarms

Anmeldungsdatum: 03.11.2004 Beiträge: 208 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 14. Jul 2006 17:53 Titel: |
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Die schwarz-rot-goldene Pickelhaube erinnert mich an folgendes Erlebnis:
In San Jose, Kalifornien, gibt es als Touristen-Attraktion das Winchester Mystery House (richtig: es hatte dem Erfinder und Fabrikanten des Winchester Repetiergewehrs gehört, und seine Witwe und Erbin Sarah Winchester hatte die fixe Idee, sie bräuchte nicht zu sterben, solange an ihrem Haus gebaut würde; und es wurde gebaut - es hat ihr nichts genützt).
Näheres für Interessierte: www.winchestermysteryhouse.com
Mein Erlebnis betrifft aber nicht das Mystery House als solches, sondern ein dortselbst befindliches Gewehr-Museum, in dem - schön in Vitrinen geordnet - auch Handfeuerwaffen der Weltkriege ausgestellt sind.
Einer dieser Glaskästen zeigt deutsche Donnerbüchsen des Ersten Weltkriegs, u.a. den legendären Karabiner 98 k, und diese Vitrine ist geschmückt mit einer großen Flagge in schwarz-rot-gold!
Naja, was wissen die Amis schon von europäischer Geschichte!
Gruß von der Waterkant,
Peter
Filmografie: Winchester ´73 (1950) mit James Stewart. |
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