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"Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn"
 
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cabron



Anmeldungsdatum: 06.09.2006
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 06. Sep 2006 00:49    Titel: "Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn" Antworten mit Zitat

Interpretation von dem Gedicht "Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn"

1. Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?
Kennst du es wohl? Dahin!
Dahin möcht' ich mit dir,
O mein Geliebter, ziehn.

2. Kennst du das Haus? Auf Sälen ruht sein Dach,
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armes Kind, getan?
Kennst du es wohl? Dahin!
Dahin möcht' ich mit dir,
O mein Beschützer, ziehn.

3. Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maultier such im Nebel seinen Weg,
In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut;
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut.
Kennst du ihn wohl? Dahin!
Dahin geht unser Weg!
O Vater, laß uns ziehn!
______________________________________

In dem Gedicht Liebt das Lyrische ich den Vater, wenn man alles Kombiniert oder seh ich das Falsch...?
-Elternliebe.

Also des Lyrische ich das träumt von einer besseren Welt.

Reimschema :

Die ersten 4 verse sind ja jeweils paar reime
die letzten 3 fallen bei jeder strophe raus
zudem ist wiederholung bei dem gedicht nen bissel zu arg angewandt worden... auch wenn es irgendwie passt


Was Noch? ThX
Sirius



Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 180
Wohnort: Erlangen

BeitragVerfasst am: 06. Sep 2006 13:54    Titel: Zitronen Antworten mit Zitat

Die Form ist schon ok: jeweils zwei Paarreime, ein umarmender Reim und eine Waise dazwischen.

Zum Inhalt:
Ich meine nicht, dass hier jemand den Vater liebt, sondern dass sie von ihm die Erlaubnis will, sich in das Italien-Reise-Abenteuer mit ihrem Geliebten (1. Strophe!) zu stürzen.

Dabei geht es in der 1. Strophe um die fremde, lockende Natur - schon hier mit dem Gegensatz süßer und sauerer/bitterer Eindrücke (Orangen - Zitronen), den zu genießen Liebe (Geliebter) bedeutet.

Die 2. Strophe spielt im Gebäude, das ihre Phantasie sieht. Im Gemach, in dem intimen Raum also, taucht pltözlich eine Bedrohung, eine Beschädigung auf ("Was hat man dir getan?"), gegen die sie den Geliebten jetzt als "Beschützer" braucht. Eine sexuelle Interpretation dieses "Antuns" geht sicher nicht fehl.

Die 3. Strophe schießlich beschreibt das ganze Unternehmen der Liebes-Reise als gigantische Gefahr, der sie sich jedoch dennoch aus Liebe aussetzen will. Dafür erbittet sie den Segen, die Zustimmung des Vaters.

Die Neigung, Liebesbeziehungen als "Heldentaten" gegen (irreale) Gefahren zu beschreiben, hatte Goethe öfters. Ich denke da nur an sein "Willkommen und Abschied".

Orangen statt Zitronen wünscht
Sirius

_________________
"So tauml' ich von Begierde zu Genuss,
Und im Genuss verschmacht' ich nach
Begierde." (Wald und Höhle)
cabron



Anmeldungsdatum: 06.09.2006
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 06. Sep 2006 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hast mir sehr geholfen, bedanke mich herzlich (:
NormB
Gast





BeitragVerfasst am: 20. Jul 2011 17:16    Titel: @Sirius Antworten mit Zitat

Ganz nett, jedoch leider falsch.

Das Gedicht heisst MIGNON, und das hilft auch weiter:

de.wikipedia.org/wiki/Mignon_%28Figur%29
Gast11022013
Gast





BeitragVerfasst am: 20. Jul 2011 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Meines Wissens stammt dieses Gedicht aus Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre" und trägt dort ursprünglich gar keinen Titel. Dort singt es Mignon. Mag sein, dass es daher diesen Titel bekommen hat.

Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, wenn Goethe dem Gedicht selbst einen Titel gegeben hat. Ansonsten handelt es sich wohl nur um einen Titel, der sich im Laufe der Zeit aus obigen Gründen eingebürgert hat.
bibi
Gast





BeitragVerfasst am: 29. Nov 2011 16:11    Titel: Antworten mit Zitat

es geht nicht um fremde, lockende ferne, sondern darum, dass sie nach italien zurück will. sie ist ein inzestuöses kind und wurde deshalb weggegeben, aus italien fort. und genau deshalb ist die grenze vater/geliebter auch sehr schwammig, da mignon ihren adoptivvater nämlich liebt.
Gast11022013
Gast





BeitragVerfasst am: 01. Dez 2011 12:56    Titel: Antworten mit Zitat

bibi hat Folgendes geschrieben:
sie ist ein inzestuöses kind und wurde deshalb weggegeben, aus italien fort.


Wie kommst Du zu dieser Erkenntnis?
merchel
Gast





BeitragVerfasst am: 28. Nov 2012 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

is jetzt zwar schon älter, aber will trotzdem mal drauf eingehen:
das ein inzestkind ist, steht bei wikipedia (unter mignon).
baby
Gast





BeitragVerfasst am: 29. Nov 2012 22:45    Titel: Antworten mit Zitat

Komm nicht mit Wikipedia. Das ist schon zu viel.
Johannes Popp
Gast





BeitragVerfasst am: 12. Jul 2014 19:06    Titel: ............. Antworten mit Zitat

Nun das Thema Inzest taucht bei Goethe immer wieder auf. Genau wie bei Thomas Mann, Goethe , schreibt dezent über das Thema, bezugnehmend auf seine Schwester Cornelia.
Jane
Gast





BeitragVerfasst am: 01. Okt 2015 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

Inzestkind stimmt. Das Gedicht stammt aus Goethes Roman "Wilhelm Meisters Lehrjahre". Wenn man den kennt, weiß man, dass es stimmt. LG
Heinz
Gast





BeitragVerfasst am: 02. Sep 2018 12:06    Titel: Schwierigkeiten mit W. Meister Antworten mit Zitat

Mit meinen 77 Jahren habe ich versucht, den 1. Teil des W. Meister mir einzuverleiben. Ich merkte bald, da brauche ich Zeit und Geduld. Es handelt sich da um eine starke Thematik. Nach wenigen Seiten war ich gezwungen Pause zu machen um das Gelesene zu überdenken. Es hat deshalb längere Zeit gebraucht bis ich die "Lehrjahre" gelesen hatte. Ich hatte aber viel Freude daran und muss gestehen nicht alles verstanden zu haben. Das wird wohl auch noch sein wenn ich diesen 1. Teil nochmals durchlese. Aber das werde ich wohl einmal später tun. Inzwischen habe ich den "Wanderjahren des W. M. begonnen, halte dieses wieder für ein großes Buch!
Steffen Bühler
Moderator


Anmeldungsdatum: 26.06.2012
Beiträge: 779

BeitragVerfasst am: 02. Sep 2018 12:25    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, auch ich war vor etwa zehn Jahren von beiden Büchern begeistert. Neben den „Wahlverwandtschaften“ sind es für mich die schönsten Werke Goethes. Es entsteht gerade bei den Landschaftsbeschreibungen eine Stimmung, die ich sonst nur bei Kellers „grünem Heinrich“ oder Eichendorffs „Taugenichts“ empfunden habe.

Viel Spaß noch beim Lesen und viele Grüße
Steffen
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