| Autor |
Nachricht |
DeGT Moderator

Anmeldungsdatum: 20.07.2004 Beiträge: 148 Wohnort: gBdW
|
Verfasst am: 19. Jan 2006 19:04 Titel: |
|
|
Dass das ganze doch schon eine längere Vorlaufzeit hatte und nicht nur von sehr wenigen entwickelt wurde, kann man in folgendem Wikipedia-Eintrag lesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Reform_der_deutschen_Rechtschreibung_von_1996
Ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass die Wikipedia nicht unbedingt das Maß aller Dinge ist, kritisches Lesen ist überall wichtig.
Ich habe übrigens von 1992 bis 1996 die alte Rechtschreibung benutzt, von dann an die Neue und von 1998 an wieder die alte. Ab 1999 habe ich dann wieder die Neue gelernt. Na, in welchem Bundesland bin ich zur Schule gegangen?  |
|
 |
Reefi
Anmeldungsdatum: 10.08.2005 Beiträge: 100 Wohnort: Brandenburg in Brandenburg
|
Verfasst am: 19. Jan 2006 20:46 Titel: |
|
|
das krasse ist einfach nur, dass heute doch niemand mehr eine ahnung hat, wie man schreibt. Mittlerweile hat jeder seine eigene Rechtschreibung. als ich heute mein Mittagessen in Form von Erdnussflips zu mir genommen habe um, dabeiu gemütlich ein Buch zu lesen, bin ich nicht umhingekommen, mir mal durchzlesen, was eigentlich auf so einer Tüte steht. Ich weiß nicht, warum. Aber gibt es einen Unterschied, ob ich Erdnuss sage oder erdnussflip? eins davon wurde mit ß geschrieben. irgendwie ergab das keinen sinn.
Allgemein, habe ich den Eindruck, dass es zu schwierig wurde, die Deutschen an ihre Sprache anzupassen, also hat man einfach versucht, die Sprache dem Intellekt der mehrheitlichen Benutzer anzupassen. Schade nur, dass es nach hinten losgegangen ist.
Bei Klausurrückgaben gibt e regelmäßig leute, die 0 Punkte in rechtschreibung erreicht haben. Im Grund- sowie Leistungskurs. Aber Kommaregeln sind und werden für mich ein Buch mit weitaus mehr als sieben Siegeln bleiben.
Zumal alle menschen, die ich kenne, die etwas älter sind, sich strikt weigern, sich die neue Rechtschreibung auch nur anzusehen. Richtig so!
naja, machen wir das Beste draus. Und in 20 oder dreißig jahren werden WIR ne reform starten. Okay?
Gruß, eure Reefi _________________ Rechtschreibfehler sind gewollt, da sie der Selbstkontrolle anderer dienen. |
|
 |
Boardgeselle
Anmeldungsdatum: 14.01.2006 Beiträge: 44
|
Verfasst am: 20. Jan 2006 10:29 Titel: |
|
|
| Otto Normalschreiber hat Folgendes geschrieben: | | Es hat etw 12000 Fachkundige (in allen beteiligten Staaten, in all unseren Bundesländern, in allen Parlamenten und Verlagen und Insititutionen gegeben, die beteiligft waren. Dann kam eine blöde Revision der ursprünglich einfach, sinvollen Vorschläge. |
Welche Revision meinst Du genau mit der "blöden"?
a) die Revision des ersten Vorschlags von 1988
b) das Abschmettern des Plans zur „gemäßigten Kleinschreibung“ durch die Kultusminister 1993
c) Die erste offizielle Änderung des RSR-Regelwerks durch die Zwischenstaatliche Kommision im Sommer 2004 (nach deren 4. Bericht?)
| Otto Normalschreiber hat Folgendes geschrieben: | | Die Regeln, die D. E. Zimmer schon vor Jahren für die ZEIT ausgearbeitet hat, sind sinnvoll und werden sich durchsetzen. |
Wenn sich Regeln duchsetzen, weil sie (für die Mehrheit der Deutschschreibenden) überzeugend sind, ist das ja begrüßenswert. Das ist schließlich etwas ganz anderes, als wenn Regeln am Reißbrett entworfen (teilweise eindeutig gegen jeden allgemein praktizierten Schreibgebrauch) und auf dem kultusministerlichen Verordnungsweg über die Schulen aufgezwungen werden. Und wenn darüber hinaus noch – das ist das eigentlich Schlimme – jahrelang jegliche Kritik und jegliches Ringen um Verbesserungen bzw. Beseitigen der Irrtümer massiv behindert und verhindert wird.
Das Regelwerk von Zimmer ist allerdings nichts anderes als eine der heute üblichen „Hausorthographien“, d. h. eine bewußte Abweichung von bestimmten Teilen der RSR nach eigenem Gutdünken (siehe http://www.zeit.de/zeitschreibung/index), so gutgemeint das auch sein mag. Wie wär’s, wenn man dieses Recht jedem deutschen Schüler einräumen würde? _________________ Deutsch ist meine Lieblingssprache. |
|
 |
Boardgeselle
Anmeldungsdatum: 14.01.2006 Beiträge: 44
|
Verfasst am: 20. Jan 2006 10:40 Titel: Kritisches Lesen ist überall wichtig |
|
|
| DeGT hat Folgendes geschrieben: | | Dass das ganze doch schon eine längere Vorlaufzeit hatte und nicht nur von sehr wenigen entwickelt wurde, kann man in folgendem Wikipedia-Eintrag lesen ... |
Du sagst ja selbst: „Kritisches Lesen ist überall wichtig.“ Dem in der Tat ausführlichen Wiki-Beitrag kann man entnehmen, daß es zwar insgesamt eine längere Vorlaufzeit für Reformüberlegungen an sich gegeben hat, aber nicht für die Richtung, die dann letztlich in der Fassung von 1996 als „Die neue Rechtschreibung“ definiert, beschlossen und veröffentlicht wurde. Diese wurde relativ kurzfristig und von relativ wenigen Leuten erstellt und stellte gegenüber den lange vorher gemachten Plänen eine krasse Wandlung dar. War z. B. über sehr viele Jahre immer ein deutliches Reduzieren der Großschreibung (nach Vorbild des Englischen, sog. „gemäßigte Kleinschreibung“) geplant, so war nun plötzlich die vermehrte Großschreibung angesagt („Es tut mir sehr Leid, ich habe morgen Früh keine Zeit!“). Auch die zahlreichen etymologisch (falsch) begründeten Schreibweisen kamen erst im letzten Moment hinzu – und das auf Initiative eines einzelnen der Kommissionsmitglieder, nicht etwa nach langen Überlegungen einer großen Zahl von Fachkundigen.
| DeGT hat Folgendes geschrieben: | | Ich habe übrigens von 1992 bis 1996 die alte Rechtschreibung benutzt, von dann an die Neue und von 1998 an wieder die alte. Ab 1999 habe ich dann wieder die Neue gelernt. Na, in welchem Bundesland bin ich zur Schule gegangen? |
Ich gestehe, daß ich es zunächst nicht herausbekommen hatte. Aber soviel weiß ich nun: Es kann sich nur um Schleswig-Holstein handeln. _________________ Deutsch ist meine Lieblingssprache. |
|
 |
|
|