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Eis Eden
 
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MuhKuh



Anmeldungsdatum: 24.03.2006
Beiträge: 3
Wohnort: Wuppertal

BeitragVerfasst am: 11. Sep 2006 21:07    Titel: Eis Eden Antworten mit Zitat

Hallo ihr lieben

Ich soll im Deutsch LK das Gedicht Eis,Eden von Paul Celan interpretiren und analysieren.
Die Analyse fällt mir nicht sonderlich schwer, ich wüsste nur ganz gerne wie ich die vielen Personalpronomen der dritten Strophe interpretieren soll,

Lieben Gruß Julia
Zauberwürfel
Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 05.08.2004
Beiträge: 754
Wohnort: Osnabrück

BeitragVerfasst am: 12. Sep 2006 09:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Julia!
Dafür wäre es ganz hilfreich, wenn Du das Gedicht hier reinschreiben würdest Augenzwinkern

Liebe Grüße!

_________________
WICHTIG!
1.Wir erledigen hier keine Hausaufgaben!
2.Erwartet nicht innerhalb weniger Minuten/ Stunden eine perfekte Lösung!

Und denkt dran:
http://www.mysmilie.de/smilies/schilder/4/img/022.gif Augenzwinkern
abraxas
Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 19.07.2004
Beiträge: 870

BeitragVerfasst am: 12. Sep 2006 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ho ho, Dir fällt die Analyse eines Gedichts des Herrn Ancel nicht schwer?... Hut ab. Ich hab bisher noch keine wirklich brauchbare Interpretation seiner Gedichte zustande gebracht...
Ich finde allerdings auch, dass es mit dem ganzen Interpretieren auch irgendwann sein Ende haben sollte... Paul Celan geht eigentlich fast schon zu weit. Egal.

Das Gedichtlein findet sich hier: Paul Celan - Eis, Eden

Und falls Du was über's Interpretieren Paul Celans lesen willst, bitteschön:
Versuch einer Dokumentation anhand ausgewählter Gedichte aus Celans "Die Niemandsrose"

Ansonsten muss ich sagen, dass ich zwar wenig Lust habe, mir den Genuss am Lesen Celans mit irgendwelchem wissenschaftlichen Heruminterpretieren zu vermiesen, aber da Du's ja leider tun musst, schau ich mal, was mir der Celan da zu sagen versucht. Wissenschaftlich wird's aber leider nicht... ich bin Sprach- und nicht Literaturwissenschaftler... Augenzwinkern

Allein der Titel schon spielt auf die religiöse Natur des Gedichtes an. Celan einzig immanent zu interpretieren scheint mir viel zu schwierig und eigetnlich ungenau. Deswegen wollen wir mal feststellen, dass der Mann eine bewegte Biographie hatte. Erstens war er Jude und zweitens ein Kriegskind, '20 geboren, wenn ich mich recht entsinne, aber '70 ist er gestorben, das ist relativ sicher - also hat er seine Jugend zur Zeit des Nationalsozialismus verbracht. (War kein Zuckerschlecken damals, egal welcher ethnischen Gruppe man angehörte - gestorben sind die Jungens seines Alters onehin, ob deutsch, jüdisch, schwul oder russisch). Und viele seiner Gedichte befassen sich mit der Geschichte des zweiten Weltkriegs. Ich bin mir recht sicher, dass "Eis Eden" in diese Kategorie fällt.

Es ist aber kein bloßer Tatsachenbericht. Vielmehr scheint es ein Versuch zur Aufarbeitung zu sein, gleichzeitig lässt sich aber auch eine Art Drohung feststellen. Naja, bleiben wir bei den Tatsachen. Die Quelle, die ich Dir weiter oben angegeben habe, liefert leider nicht allzu viel, was dieses Gedicht angeht, und selbst weigere mich strikt, mir irgend ein Buch zur Erklärung Celans zu kaufen.

Auffallend ist, dass Celan hier reimt. Das tut er sonst in der Niemandsrose selten. (Naja, vielleicht nicht so selten, "Selbdritt, Selbviert" ist ein schönes Beispiel für schöne Reime.) Wir wollen uns mal auf die Pronomina konzentrieren, da ist die Gefahr schonmal nicht so groß, dass ich was falsch mache.

"Es ist ein Land verloren" reimt sich lustigerweise richtig schön auf "Es istt ein Kind(lein?) geboren"... ist das nicht so der typisch christlich-weihnachtliche Ausdruck für die Geburt Christi? Falls Celan tatsächlich das meint, dann geht das Gedicht noch weiter, als ich dachte. Wie dem auch sei, das "Es" ist hier als unpersönliches Dummy-Subjekt zu sehen (zumindest syntaktisch), denn im Deutschen müssen Sätze ein Subjekt im Nominativ haben, das in Kopfposition steht. Hups, da bin ich wieder in die Syntax abgerutscht. Nun, das unpersönliche "Verlorengehen" (oder eher "Zugrundegehen") des Landes und auch der unbestimmte Artikel "ein" schaffen in der ersten Zeile schonmal eine für den Leser schwer zu überwindende Distanz zu den beschriebenen Geschehnissen (was dann dieser Gedanke für das geborene Kindlein bedeuten mag ... ?! Gott weiss...) Man könnte auch sagen, dass es ein eher deskriptiver Ausdruck ist (äh, ich hätte eigentlich "beschreibender" sagen sollen...): "Es ist ein verlorenes Land." Ersetz das "ist" mit "gibt" und dann macht der zweite Vers schonmal mehr Sinn. Aber was der dort wachsende Mond bedeuten soll, hast Du ja als Gedichtversteherin sicher schon verstanden (hoffe ich, denn ich komm nicht dahinter).

Die letzten beiden Verse der ersten Strophe lassen auch als "und das, was mit uns zusammen erfror glüht nun umher (?) und sieht." Was es sieht kann man anhand der nächsten Strophen herausknobeln. Was es denn nun ist, dass erfroren ist... wahrscheinlich das verlorengegangene Land...

Falls wir immernoch im religiösen Kontext sind, ist die sich schließende Stunde vielleicht sogar die Apokalypse - auch wenn ich von keinem anderen Gedicht Celans weiss, dass auf den Jüngsten Tag anspielt. Die Vermutung könnte man aber auch dadurch bestätigt sehen, dass von "Auferstehung" die Rede ist. Das heisst, dass das "Verlorene Land" (dreimal darfst Du raten, welches) nicht erst bis zum Ende dieser Tage warten muss um... (Genugtuung zu erfahren?... ich glaub das geht zu weit. Ich hab eh' schon das Gefühl, für diese Zeilen geschlagen zu werden... )

Laut des obigen "Versuchs" einer Analyse, den wir uns alle sicher schon durchgelesen haben, handelt es sich bei den ersten beiden Versen der letzten Strophe um eine ... Begegnungsmetaphorik?... oder so... und überhaupt kommts da so raus, als ob dieses Gedicht vor Allem gegenüberstelle. Also das Eis mit dem Garten Eden (an Eis denkt man da ja wahrlich nicht) und das Wir und das Du und das Celan'sche (lyrische) Ich und das Ihr... Durchaus auch berechtigt, dieses Gedicht versucht wohl tatsächlich auf Konfrontationskurs zu gehen.

Ich glaub, ich hör jetzt auf, bevor ich noch mehr Falsches sage. Alle Angaben ohne Gewähr und alle Antworten bitte ohne Gewehr. Viel Spaß beim Weiterinterpretieren. Ich hab ja auch nie gesagt, dass ich Celan verstehen würde. smile Nen Versuch war's wert.

Grüße, abraxas

_________________
Stell Dir vor es geht und keiner kriegts hin.
MuhKuh



Anmeldungsdatum: 24.03.2006
Beiträge: 3
Wohnort: Wuppertal

BeitragVerfasst am: 13. Sep 2006 22:07    Titel: Danke Antworten mit Zitat

Noch mal vielen Dank
Deine Punkte haben mir zumindest in einigen Punkten wietergeholfen
Ich bin dann einfach mal auf der religiösen Schiene geblieben...
Habs meinem Deutschlehrer grad zugemailt mal sehn was er dazu sagt..

Vielen Dnak und gute N8!

Die MuhKUh
abraxas
Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 19.07.2004
Beiträge: 870

BeitragVerfasst am: 14. Sep 2006 16:25    Titel: Antworten mit Zitat

Interessant...

Hey, wenn Du Lust hast, kannst Du ja mal die Interpretation hier posten oder zumindest die Kommentare Deines Lehrers - ich wäre interessiert.

Grüße, abraxas

_________________
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