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Rechtschreibbeherrscher



Anmeldungsdatum: 26.11.2006
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 27. Nov 2006 22:46    Titel: Antworten mit Zitat

Leider nein...
Wenn du mir die nennen könntest, wäre ich sehr dankbar:)
abraxas
Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 19.07.2004
Beiträge: 870

BeitragVerfasst am: 03. Dez 2006 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ok, nehmen wir den Satz mal auseinander.

Ich werde versuchen, mich größtenteils an die Schulgrammatik zu halten, auch wenn's schwer fällt, da diese oft falsch/unpräzise ist Augenzwinkern
Zitat:

"Dank es dem lieben Gott, wenn sich dein Herzblatt nicht eines Morgens die Ärmel wegstutzt und dir so zwischen Licht abends ohne Schuhe und Strümpfe entgegentritt."

Es ist ein in der Tat verwirrender Satz, da er aus zwei ungleich großen Konjunkten besteht, die beide etwas schwierige Konstruktionen beinhalten. Das erste ist "Dank es dem lieben Gott". Hier ist das Subjekt kovert, das heisst es ist auf Phonologischer Ebene nicht sichtbar, sondern es wird durch den Imperativ impliziert.

(1) Danke Du es dem lieben Gott.

Eine etwas altmodische Form, den obigen Satz auszudrücken.
Das Subjekt ist also (semantisch gesehen) das deiktische Pronomen "Du". Das Lustige an der ganzen Sache ist, dass sich das Pronomen "es" hier auf eine Proposition bezieht, die durch das zweite Konjunkt ausgedrückt wird (welches wiederum selbst ein solches ist). Die erste Konjunktion hier ist natürlich "wenn". Das rechte Teilstück des Satzes wird durch die zweite Konjunktion "und" unterteilt in zwei Prädikate. Wir haben also drei unterschiedliche Sätze, die wie folgt paraphrasiert werden können:

(2) Dank es dem Lieben Gott.
(3) Dein Herzblatt stutzt sich die Ärmel.
(4) [Sie] Tritt Dir so entgegen.

(Wir haben das hier natürlich vereinfacht und Orts- und Zeitadverbiale mal sein lassen.)

Nach dem Subjekt des ersten Satzes in (2) können wir also nun mit "wer?" fragen: Wer soll danken? Hier sagt uns der gesunde Menschenverstand: der Angesprochene, wer immer das auch sein mag.
"Danken" nimmt jetzt insgesamt drei Argumente (so, wie eine Funktion f(x)(y)(z) drei Argumente nimmt): Einer, der dankt, ist das Subjekt, einer dem gedankt wird ("wem?"), ist das Dativobjekt und etwas worüber man sich bedankt steht im Akkusativ (das ist schwierig zu erfragen. Aber folgendes Beispiel könnte helfen "Danke dem Fischer für den Fisch." "für wen?" fragt man da. Ist zwar nicht ganz präzise, aber immerhin ne Eselsbrücke Augenzwinkern). Das "wenn" konditionalisiert jetzt das Prädikat des Hauptsatzes, ist aber ansonsten untätig und kann als einfache konditionale Konjunktion gedeutet werden.
Wie gesagt, sind die anderen beiden Teilsätze ebenfalls als eigenständige Sätze zu interpretieren. Hier kann man mit den Handelsüblichen Fragen

"wer oder was?" (Nominativ)
"wessen?" (Genetiv)
"wem oder was?" (Dativ)
"wen oder was?" (Akkusativ)

alles erfragen. Auch wenn ich selbst zugegebenermaßen diese Fragen nie verwende. Der Lateinfähige kann sich auch merken, dass der Nominativ der benennende Fall ist, der Genetiv eine Abstammung anzeigt, der Dativ der gebende Fall ist und der Akkusativ der anklagende Fall ist.

Die Objekte sind nun vollständige Nominalphrasen mit Quantor, so ist also "Dein Herzblatt" ein Objekt oder Subjekt (in diesem Falle Subjekt des Nebensatzes).

Du kannst ja jetzt versuchen den Rest des Satzes zu deuten: was bezieht sich auf wen und in welchem Fall steht es?

Ich hoffe, das war einigermaßen verständlich und hat zumindest einige Fragen beantwortet. Ansonsten einfach weiterfragen.

Grüße, abraxas

_________________
Stell Dir vor es geht und keiner kriegts hin.
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