RegistrierenRegistrieren   LoginLogin   FAQFAQ    SuchenSuchen   
Gedichtsinterpretation "Die Dämmerung", Lichtenste
 
Neue Frage »
Antworten »
    Foren-Übersicht -> Textanalysen und Interpretationen
Autor Nachricht
kikira
Gast





BeitragVerfasst am: 01. Feb 2005 01:54    Titel: Antworten mit Zitat

Sag mir mal, was einer als Clown verkleidet an einem See tut, zu einer Jahreszeit, in der nicht Karneval ist? Zumindest nehm ich das stark an, denn sonst wären ja gerade die Kinder verkleidet, oder nicht?
Zumindest mutet es schon sehr sonderbar an, dass unter ganz normalen Menschen plötzlich einer ist, der verkleidet ist.
Wie auch immer...es ist müßig, darüber zu diskutieren, weil das eben Interpretationssache ist. Für mich ist der graue Clown ein Synonym und ich denke, dass Lichtenstein sich dabei etwas ganz Bestimmtes gedacht hat. Mich erinnert es an einen Soldaten und basta! hihi
Und es ist ja auch logisch, dass sich eher ein Soldat an dem Teich befunden hat, als ein Clown. Schließlich gab es damals noch die Monarchie und viele Berufssoldaten. Damals rannten scharenweise Soldaten herum, die ständig Uniform trugen. Es wäre seltsam, wenn sich unter all den Leuten am See KEIN Soldat befunden hätte.

Ich glaub auch, dass jener blonde Dichter jemand sein muss, den Lichtenstein kannte, denn woher sollte er sonst dessen Beruf kennen?

lg kiki
Gast






BeitragVerfasst am: 01. Feb 2005 08:10    Titel: Antworten mit Zitat

Wer sagt denn überhaupt, dass der Erzähler seine Position nicht ändert? Lichtenstein sagt: "Absicht ist, die Unterschiede der Zeit und des Raumes zugunsten der Idee zu beseitigen. [...] In den zwölf Zeilen ist die Dämmerung am Teich, am Baum, am Feld, am Fenster, irgendwo ...". Der Erzähler kann sich an einem ungewöhnlichen Ort aufhalten.
Befindet sich der Clown also überhaupt an einem Teich? Wie groß soll dieser Teich sein? Ist er vielleicht nur so groß wie eine Badewanne und Teil eines Vorgartens? Du setzt Teich anscheinend mit den Ausmaßen eines Sees gleich, aber über die Größe des Teiches wird gar nichts gesagt.

Aber gut, der graue Clown muss ganz offensichtlich ein Soldat sein, daran scheint es ja nichts zu rütteln zu geben.
kikira
Gast





BeitragVerfasst am: 01. Feb 2005 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

Anonymous hat Folgendes geschrieben:
Aber gut, der graue Clown muss ganz offensichtlich ein Soldat sein, daran scheint es ja nichts zu rütteln zu geben.


Wenn er es für dich nicht ist, so ist das doch völlig in Ordnung. Ich will dich nicht dazu überreden, was DU in ihm sehen sollst, sondern nur darlegen, was ICH darin sehe und warum ich das tue.

lg kiki
Gast






BeitragVerfasst am: 01. Feb 2005 11:37    Titel: Antworten mit Zitat

Okay, wie du meinst.
abraxas
Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 19.07.2004
Beiträge: 870

BeitragVerfasst am: 02. Feb 2005 09:12    Titel: Antworten mit Zitat

wie gesagt. das ist alles interpretationssache und ich finde, genau hierin liegt der reiz des gedichts.

liechtenstein beschreibt hier ein bild. vielleicht sieht er es vor seinem geistigen auge, vielleicht aber auch in wirklichkeit und wahrscheinlich ist es eine mischung aus beidem.

er verbietet bestimmt in keiner passage seiner selbstkritik, dem leser seiner werke, kritisch mit ihnen umzugehen (kritisch im kantschen sinne - also auseinandersetzung).

gerade die simple beschreibung eines bildes lässt am meisten interpretationsraum zu und gibt dem leser die freiheit das bild so oder so zu sehen.

da wir hier aber in einem nachhilfe forum sind - das sollten wir nicht vergessen - sollten wir vor allem dinge schreiben, die vielleicht jemandem helfen könnten.

insgesamt - das muss ich leider sagen - hat die diskussion nicht wirklich jemandem weitergeholfen.

es lässt sich abschließend sagen, dass dieses gedicht wohl wirklich schwierig zu interpretieren wäre, käme es in einer klassenarbeit dran, da der schüler wirklich nicht die möglichkeit hat, es eindeutig auf etwas zu beziehen. bevor man aber in einer interpretation nur hinschreibt, dass der autor eigentlich nichts damit gemeint hat, sollte man lieber seine eigenen assotiationen - schlüssig belegt - schreiben...

liebe grüße an unsere gäste

(ps.: warum registriert ihr euch eigentlich nicht? ihr hättet dann die möglichkeit zu sehen, ob und welche beiträge seit eurem letzten besuch hier verfasst wurden. ausserdem könntet ihr pn's schreiben oder welche empfangen und wärt so in der lage jemandem vielleicht bei einer speziefischen frage zu helfen - nur so ein vorschlag Augenzwinkern )

_________________
Stell Dir vor es geht und keiner kriegts hin.
Gast






BeitragVerfasst am: 02. Feb 2005 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

abraxas hat Folgendes geschrieben:
er verbietet bestimmt in keiner passage seiner selbstkritik, dem leser seiner werke, kritisch mit ihnen umzugehen (kritisch im kantschen sinne - also auseinandersetzung).

Weil er das zum einen nicht kann und es ihn auch nicht stören würde, wenn sich jemand mit dem Gedicht noch tiefer auseinandersetzen möchte und weil es zum anderen eigentlich selbstverständlich ist, dass man nur das zu verstehen versucht, was der andere auch wirklich sagt. Oder muss ich hiermit nochmal ausdrücklich unterstreichen, dass mein vorheriger Satz ernst gemeint ist und keine symbolischen Interpretationsebenen beinhaltet? Nein, also warum sollte Lichtenstein das müssen?

abraxas hat Folgendes geschrieben:
gerade die simple beschreibung eines bildes lässt am meisten interpretationsraum zu und gibt dem leser die freiheit das bild so oder so zu sehen.

Sie stiftet eher Unruhe, weil es viele nur schwerlich wahrhaben wollen, das nicht jedes Gedicht verborgene Botschaften und finale Weisheiten enthält.

abraxas hat Folgendes geschrieben:
insgesamt - das muss ich leider sagen - hat die diskussion nicht wirklich jemandem weitergeholfen.

Doch, hat sie.

abraxas hat Folgendes geschrieben:
es lässt sich abschließend sagen, dass dieses gedicht wohl wirklich schwierig zu interpretieren wäre, käme es in einer klassenarbeit dran, da der schüler wirklich nicht die möglichkeit hat, es eindeutig auf etwas zu beziehen. bevor man aber in einer interpretation nur hinschreibt, dass der autor eigentlich nichts damit gemeint hat, sollte man lieber seine eigenen assotiationen - schlüssig belegt - schreiben...

Gehen wir mal davon aus, dass sowas nicht als Klausur drankommt. Der Simultan-, Zeilen-, Reihen- oder Reihungsstil ist typisch expressionistisch, aber das war's auch fast. Keine Stadt, kein Krieg, nichts von dem, was man im Unterricht über den Expressionismus gelernt hat.

abraxas hat Folgendes geschrieben:
(ps.: warum registriert ihr euch eigentlich nicht? ihr hättet dann die möglichkeit zu sehen, ob und welche beiträge seit eurem letzten besuch hier verfasst wurden. ausserdem könntet ihr pn's schreiben oder welche empfangen und wärt so in der lage jemandem vielleicht bei einer speziefischen frage zu helfen - nur so ein vorschlag Augenzwinkern )

Die Information zählt, der Rest ist Beiwerk.
toni
Gast





BeitragVerfasst am: 09. Jan 2006 23:35    Titel: liechtenstein - kurze anmerkung Antworten mit Zitat

das ganze gedicht ist ausdruck eines absoluten nicht-vorhandenseins. der clown ist selbstverständlich in der dämmerung grau, in ihr ist schließlich alles grau. genau so selbstverständlich spielt der junge mit dem teich. es wäre nicht erwähnenswert und keine persönliche expression liechtensteins, wenn er es nicht so gefühlt hätte. das ist grade das typische für liechtenstein und für den expressionismus, obwohl er ja hier beinahe in den surrealismus abdriftet. dass liechtenstein versucht hat, alles gesehen zu abstrahieren und auf den kern, auf die quintessenz könnte man sagen zu reduzieren, damit die wahrheit dadurch ans licht kommt. dass der himmel nicht abgeschminkt ist, ist klar, aber für liechtenstein war er in dem moment nichts anderes, auch dass ein kinderwagen nicht schreien kann, wenn man jedoch nur den wagen sieht und das geschrei hört, ist es das logischste der welt....
das nur dazu, habe nämlich in den letzten paar monaten meine semesterarbeit über ihn geschrieben und finde es immer wieder interessant, wie vielfältig die interpretationen seiner gedichte verlaufen (mit krieg hat dieses nun ausgerechnet nichts zu tun, zumindest laut dem verfasser himself, monsieur liechtenstein)
viele grüße, ich werde die diskussion verfolgen, wenn noch was zustande kommt smile

toni aus berlin
Gast






BeitragVerfasst am: 09. Jan 2006 23:38    Titel: Antworten mit Zitat

das ist mir ja jetzt echt unangenehm, dass ich jedesmal liechtenstein mit "ie" geschrieben habe, man möge mir das verzeihen, es ist ziemlich spät....
Neue Frage »
Antworten »
    Foren-Übersicht -> Textanalysen und Interpretationen

Verwandte Themen - die Neuesten
 Themen   Antworten   Autor   Aufrufe   Letzter Beitrag 
Keine neuen Beiträge Regen in der Dämmerung von Hugo von Hofmannsthal 0 Satansbraten 9445 15. Jan 2010 17:07
Satansbraten Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Hofmannsthal - Regen in der Dämmerung 2 Help_please 7260 09. Jan 2010 15:10
Dart_Vadder Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Alfred Wolfenstein-Städter Hielfe!! 2 Hesat 7615 27. Jan 2007 16:08
Hesat Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Gedichtvergleich, Die Dämmerung 1 Jochen 9029 02. Mai 2006 12:56
Gast Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Alfred Lichtenstein Die Stadt! 7 Maria 16415 01. Apr 2006 22:16
Maria Letzten Beitrag anzeigen
 

Verwandte Themen - die Größten
 Themen   Antworten   Autor   Aufrufe   Letzter Beitrag 
Keine neuen Beiträge Alfred Lichtenstein Die Stadt! 7 Maria 16415 01. Apr 2006 22:16
Maria Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Hofmannsthal - Regen in der Dämmerung 2 Help_please 7260 09. Jan 2010 15:10
Dart_Vadder Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Alfred Wolfenstein-Städter Hielfe!! 2 Hesat 7615 27. Jan 2007 16:08
Hesat Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Gedichtvergleich, Die Dämmerung 1 Jochen 9029 02. Mai 2006 12:56
Gast Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Regen in der Dämmerung von Hugo von Hofmannsthal 0 Satansbraten 9445 15. Jan 2010 17:07
Satansbraten Letzten Beitrag anzeigen
 

Verwandte Themen - die Beliebtesten
 Themen   Antworten   Autor   Aufrufe   Letzter Beitrag 
Keine neuen Beiträge Alfred Lichtenstein Die Stadt! 7 Maria 16415 01. Apr 2006 22:16
Maria Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Regen in der Dämmerung von Hugo von Hofmannsthal 0 Satansbraten 9445 15. Jan 2010 17:07
Satansbraten Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Gedichtvergleich, Die Dämmerung 1 Jochen 9029 02. Mai 2006 12:56
Gast Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Alfred Wolfenstein-Städter Hielfe!! 2 Hesat 7615 27. Jan 2007 16:08
Hesat Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Hofmannsthal - Regen in der Dämmerung 2 Help_please 7260 09. Jan 2010 15:10
Dart_Vadder Letzten Beitrag anzeigen