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cherry18



Anmeldungsdatum: 03.01.2007
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 03. Jan 2007 21:53    Titel: dringend barockgedicht gesucht Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,
ich bin ganz neu hier und brauch dringend eure Hilfe: ich brauche für meine facharbeit ein(oder mehrere) barockgedichte, in denen hauptsächlich die vanitasgedanken und die "weltuntergangsstimmung" vorkommt. gerne auch beschreibungen vom jenseits(also himmel oder hölle). ich soll die gedichte mit bildern aus der barockzeit vergleichen(kurzes bsp:"vergänglichkeit der schönheit" von hofmannswaldau mit dem bild von hans baldung "die drei lebensalter und der tod").
allzu bekannt und schon tausendmal "zerpflückt" sollten sie nicht sein(ich denke da zB an gryphius "es ist alles eitel").
falls mir jemand helfen kann - ich bin für alles dankbar smile
lg cherry
Mermaid
Gast





BeitragVerfasst am: 04. Jan 2007 15:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, da ist Andreas Gryphius wohl generell am besten.

http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_aut/gry/gry_0.htm

Hier findest du Gedichte von ihm, inwieweit die sich nun genau auf das Vanitasmotiv beziehen, weiß ich nicht. Aber vielleicht hilft's ja dennoch Augenzwinkern
Veraleinchen



Anmeldungsdatum: 07.01.2007
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 07. Jan 2007 22:20    Titel: VANITAS Antworten mit Zitat

Buschmann

Nur vanitas oder wie z.B " DIe Welt" ist zwar überwiegend Vanitas aber eher antithetik.???

Dann weiss ich nämlich ne paar

Gryphius: Der Abend zum Beispiel
Sirius



Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 180
Wohnort: Erlangen

BeitragVerfasst am: 09. Jan 2007 08:21    Titel: Barock und vanitas Antworten mit Zitat

Paul Fleming:
Gedanken über die Zeit (Gedancken über der Zeit)


Ihr lebet in der Zeit
und kennt doch keine Zeit
So wisst Ihr Menschen nicht
von und in was
Ihr seyd.

Diß wisst Ihr
daß ihr seyd
in einer Zeit gebohren.
Und daß ihr werdet auch
in einer Zeit verlohren.

Was aber war die Zeit
die euch in sich gebracht?
Und was wird diese seyn
die euch
zu nichts mehr macht?

Die Zeit ist was
und nichts.
Der Mensch in gleichem Falle.
Doch was dasselbe was
und nichts sey zweifeln alle.

Die Zeit die stirbt in sich
und zeucht sich auch aus sich.
Diß kommt
aus mir und dir
von dem du bist und ich.

Der Mensch ist in der Zeit;
sie ist in ihm ingleichen.
Doch aber muß der Mensch
wenn sie noch bleibet
weichen.

Die Zeit ist was ihr seyd
und ihr seyd was die Zeit
Nur daß ihr wenger noch
als was die Zeit ist
seyd.

Ach daß doch jene Zeit
die ohne Zeit ist
kähme
Und uns aus dieser Zeit
in ihre Zeiten nähme.

Und aus uns selbsten uns
daß wir gleich köndten seyn
Wie der itzt
jener Zeit
die keine Zeit geht ein.

Paul Fleming (1609-1640)

_________________
"So tauml' ich von Begierde zu Genuss,
Und im Genuss verschmacht' ich nach
Begierde." (Wald und Höhle)
Sirius



Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 180
Wohnort: Erlangen

BeitragVerfasst am: 09. Jan 2007 08:24    Titel: Barock und vanitas Antworten mit Zitat

noch 'n Gedicht:

Georg Philipp Harsdörffer:

Das Leben des Menschen


Das Leben ist
ein Laub, das grünt und falbt geschwind,
ein Staub, den leicht vertreibt der Wind,
ein Schnee, der in dem Nu vergehet,
ein See, der niemals stille stehet,
die Blum', die nach der Blüt' verfällt,
der Ruhm, auf kurze Zeit gestellt,
ein Gras, das leichtlich wird verdrücket,
ein Glas, das leichter wird zerstücket,
ein Traum, der mit dem Schlaf aufhört,
ein Schaum, den Flut und Wind verzehrt,
ein Heu, das kurze Zeite bleibet,
die Spreu, so mancher Wind vertreibet,
ein Kauf, den man am End bereut,
ein Lauf, der schnaufend schnell erfreut,
ein Wasserstrom, der pfeilt geschwind,
die Wasserblas, die bald zerrinnt,
ein Schatten, der uns macht schabab,
die Matten, die gräbt unser Grab.


Barocke Grüße
Sirius

_________________
"So tauml' ich von Begierde zu Genuss,
Und im Genuss verschmacht' ich nach
Begierde." (Wald und Höhle)
Sirius



Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 180
Wohnort: Erlangen

BeitragVerfasst am: 09. Jan 2007 08:38    Titel: Barock und vanitas (III) Antworten mit Zitat

noch ein langes - und dann langt's wohl:

Johann Christian Günther:

Auf das Glücke

Du Abgott niederträchtger Sinnen,
Dich, falsches Glücke, red ich an,
Was wilstu noch von dem gewinnen,
Der nun nichts mehr verlieren kan?
Du stäupst nur einen tauben Rücken,
Der Draht und Geißel müde macht
Und, ohne sich vor dir zu bücken,
Den aufgefangnen Streich verlacht.

O spare die zerschmißne Ruthe
Auf einen, welcher beßer fühlt!
Ich troze dich mit diesem Blute,
In welchem sich dein Jachzorn kühlt.
Mir jagt der Bliz von deinem Keile
Kein blind und tödtlich Schröcken ein,
Und eh ich kläglich fleh und heule,
Eh soll mein Fleisch zerrißen seyn.

So, so, verdopple Schlag und Eifer!
Schlag schärfer und begreif dich nicht!
Der Schmerz erregt mir Jäscht und Geifer,
Den spei ich dir ins Angesicht.
Dein Rasen dient mir zum Gespötte,
Und könte mir mein Wuntsch geschehn,
Daß jede Wunde Lippen hätte,
So wollt ich dich recht grausam schmähn.

Was ist das Absehn deiner Tücke?
Wie, soll ich vor dein Altar knien?
Wie, soll ich mit bethräntem Blicke
Dein schnelles Seegel an mich ziehn?
Wie, soll ich, o du stummer Göze,
Der wahren Weißheit untreu seyn
Und vor den Koth geringer Schäze
Dir Herz und Ruh und Andacht weihn?

Du wilt vielleicht, ich soll dich ehren?
Ach las dir nur die Lust vergehn.
Dies soll man wohl nicht eher hören,
Als bis die Bäum am Himmel stehn.
Wie, soll ich mich zu Tode grämen?
Nein, dir zu Liebe sterb ich nicht.
Und wiltu mir die Zunge lähmen,
So flucht der Augen finstres Licht.

Ich leb, und das nur dir zu Truze;
Du kriegst kein gutes Wort von mir.
Ein Narr verlangt nach deinem Schuze
Und klopft an deine Gnadenthür;
Eh ich dein Tischgast heißen sollte,
Eh fräß ich Kleyen, Leim und Stroh,
Und eh ich dir gehorchen wollte,
Eh dient ich gar dem Pharao.

Versuche mich mit schärferm Grimme,
Versalze mir die junge Zeit,
Verändre meine Menschenstimme
Und mach ein glühend Rind bereit,
Denn will ich dir zur Schande brüllen
Und mehr verstockt als jammervoll
Das Ohr mit solchen Flüchen füllen,
Daß Tag und Licht verschwarzen soll.

Komm, las mich in dem Mörser stoßen,
Komm, flicht die Glieder um dein Rad:
Was gilt's? Du solt dich mehr erboßen,
Wenn keine Marter Würckung hat.
Und würde mir der Hals gebrochen,
Dies kanst und schafstu nicht so leicht,
So soll dich auch mein Aaß noch pochen,
Das manchmahl desto schwerer weicht.

Man seh nur deine großen Knechte,
Die Gold und Ehr und Stand erdrückt,
Sie machen die Gewalt zum Rechte
Und werden nimmermehr erquickt;
Sie hungern bey den vollen Schüßeln
Nach ruhiger Zufriedenheit,
Der Geiz beschwert sie nebst den Schlüßeln
Mit Argwohn, Müh und Furchtsamkeit.

Vor diesem war man bey der Eichel
In Fried und Sicherheit vergnügt,
Jezt lechst man nach der Fürsten Speichel
Und sucht Gefahr, wo Purpur liegt.
Die meisten ringen nach den Sorgen,
Erwerben, was den Kummer nährt,
Und rechnen bis an lichten Morgen
Und wüntschen, bis die Seel ausfährt.

Mein Herz ist viel zu hoch gebohren,
Als daß ich in der Sclaverey,
Zu der des Pöbels Mund geschworen,
Ein Schimpf vor seinen Adel sey.
Die Weißheit ist mein Leibgedinge,
Mit dieser reis ich durch die Welt,
Und machen wir gleich kurze Sprünge,
So glaub ich, daß man seltner fällt.

Es mag mich Neid und Feind verlezen,
Es mag sich mir der Heuchler Heer,
Ja selbst der Tod entgegensezen,
Es komme Schmach und Unrecht her,
Sie sollen doch nichts mehr erhalten,
Als daß mein ungerächter Geist,
So scharf sie mir die Brust zerspalten,
Ein Herz voll kluger Hochmuth weist.

Da hastu deine schöne Tittel:
Du Wetterhahn, du blindes Weib,
Du Blaustrumpf, du Verderbungsmittel,
Du Hure vor des Pöbels Leib,
Du Zauberbalg, du Thorheitsschwester,
Du Wildfang, du Betriegerin -
Wer straft mich, daß ich im Geläster
An dir ein Atheiste bin?



Eitle Grüße
Sirius

_________________
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Und im Genuss verschmacht' ich nach
Begierde." (Wald und Höhle)
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