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T@Helfer Gast
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Xabotis

Anmeldungsdatum: 29.12.2010 Beiträge: 848
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Verfasst am: 20. Jan 2011 21:54 Titel: |
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ich werde ihn mir mal, sobald ich kann, vornehmen
 _________________ There is nothing, neither good nor evil, but human thinking makes it so. (W. Shakespeare) |
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T@Helfer Gast
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Verfasst am: 20. Jan 2011 22:05 Titel: |
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Kannst du, soweit du der Autor bist, den Text vielleicht hier herein kopieren?
Dann wäre es für helfende leichter zu korrigieren, ansonsten laufen wir Gefahr dein Urheberrecht zu missbrauchen! |
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peterderweg Gast
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Verfasst am: 20. Jan 2011 22:22 Titel: interpr. |
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ja kann ich machen
Das Gedicht "Verfall" von Georg Trakl, entstanden 1913, scheint für den unvoreingenommenen Leser auf den ersten Blick ein ganz der Epoche der Romantik verschriebenes Gedicht zu sein. Doch analysiert man das Gedicht genauer, so wird schnell ersichtlich, das Trakl hiermit im Jahre 1913 ein eindeutig dem Expressionismus zuzuordnendes Werk veröffentlichte. Das Gedicht beschreibt zunächst ein fast typisch romantisches, abendliches Naturerlebnis des lyrischen Ichs, das sich in der Herrlichkeit eines Naturschauspiels verliert. Ein heftiger Bruch zerstört jedoch diese Idylle und ein Verfall beginnt, unter de auch die Natur leiden muss.
Gedanklicher Aufbau des Gedichts "Verfall" von Georg Trakl
Die erste Strophe des Gedichtes stellt die abendliche Bewunderung der Vögel durch das lyrische Ich dar. Die Situation wirkt sehr harmonisch und anmutig. Das lyrische Ich folgt schließlich den Vögeln auf ihren "wundervollen Flügeln" (V. 2) Auch in der zweiten Strophe (V. 5- beschreibt das lyrische Ich den positiven, traumähnlichen Zustand, in dem es sich durch die Beobachtung der Natur befindet. Es verliert letztendlich sein Zeitgefühl und beginnt zu sinnieren. Diese romantische Stimmung wird jedoch in der dritten Strophe, die gedanklich eine Wendung darstellt, zerstört. Das lyrische ich "erzittert" (V.9) im eintretenden Verfall, dessen Ursache jedoch nicht genannt wird. Die vierte und letzte Strophe schildert weiterhin die Auswirkungen des eingetreten Verfalls auf die Natur, die sich unter ihm beugen muss.
Form des Gedichtes
Diese, der Epoche der Romantik zuteilbare Ausgangssituation, wird auch in der äußeren Form des Gedichtes deutlich. Es liegen zwei Strophen mit je vier Versen vor, auch als Quartett zu bezeichnen, die von zwei Terzetten gefolgt werden. Insgesamt ergibt sich also eine Anzahl von 14 Versen, sodass man von der klassischen Form des Sonettes sprechen kann.
Typisch für den Expressionismus wurde diese klassische Form des Gedichtes mit "revolutionärem" Inhalt gefüllt. Auch im Metrum zeigt sich die Verwendung einer streng durchstrukturierten, klassischen Form.
Es handelt sich beinahe durchgehend um einen fünfhebigen Jambus. Während die ersten beiden Strophen im umarmenden Reim verfasst sind, wird diese Struktur in der dritten und vierten Strophe gebrochen. Hierbei handelt es sich um zwei Reime, die gleichmäßig über sechs Verse ineinander verschränkt werden (efe fef). Zusammenfassend entsteht also ein bis zum achten Vers durchgehend leichter und harmonischer Rhythmus, der, beginnend mit dem neunten Vers, durch die Verschränkung der reime etwas langsamer wird. man kann diese Wendung im Rhythmus bereits als Zeichen der expressionistischen Auslegung der klassischen, in der Romantik verwendeten Form sehen.
Das lyrische Ich wird bis zum neunten Vers wiederholend im Text genannt. es appelliert an keine gegebene Person, sondern schildert die Situation bis zur dritten Strophe in einem erzählenden Charakter. Es ordnet sich der Natur gleich zu Beginn des Gedichtes unter, so "folgt" (V.2 ) es etwa den Vögeln oder erzittert unter einem "Hauch [...] von Verfall" (V.9 ).
Mit dem Beginn des zehnten Verses erscheint das lyrische nicht mehr explizit. Die Schilderung der umliegenden Situation nimmt überhand.
Sprachliche Gestaltungsmittel
Der Wandel vom romantischen Naturerlebnis zum expressionistisch anmutenden Verfall im Gedicht zeigt sich auch in der Verwendung der sprachlichen Gestaltungsmittel.
Das Gedicht beginnt mit einem hypotaktischen Satzbau. Die Situation der Verse wird so durch nur zwei Sätze dargestellt. nach einer plötzlichen Unterbrechung durch drei parataktische Sätze, die stark an den expressionistischen Reihungsstil erinnern, endet das Gedicht jedoch wieder mit einer Hypotaxe.
Selbiges Phänomen zeigt sich im Wechsel der Wortwahl und Ausdruckskraft der verwendeten Substantive, Verben und Adjektiven im Gedicht. Bedingt durch den größtenteils hypotaktischen Aufbau des Gedichtes entstehen zahlreiche Enjambements, etwa in Vers 2-4.
Besonders die ersten beiden Strophen sind geprägt von Begriffen des Friedens, die mit Substantiven der Weite verbunden werden, so zum Beispiel der Reim von "Flügen" (V. 2) auf "Pilgerzügen" (V.3 )
Auch das Wortfeld des Abends wird mehrmals erwähnt, so zum Beispiel der "dämmervolle Garten" (V.5) Das Motiv des Abends wird jedoch durchweg positiv verwendet. In den letzten beiden Strophen zeigt sich dann wiederum der Beginn des "Verfalls" an den häufigen Verben der Schwäche und Klage, wie dem "erzittern" (V.9), oder bei der Erwähnung der klagenden Amsel (V.10).
Dass das Gedicht, wie bereits genannt, mit einer romantischen Naturbeschreibung beginnt und in einem expressionistischem, apokalyptischen Zustand endet wird auch durch zahlreiche rhetorische Figuren ersichtlich. Zum einen liegen zahlreich Vergleiche vor, wie zum Beispiel bei "wie blasser Kinder Todesreigen" (V.12), die die Bedrohung und das Leid des Verfalls ausdrücken und verstärken. Zudem entsteht einer starker Kontrast durch die gleichzeitige Nennung von Kindern und dem Tod, einer stark expressionistischen Motivik. Bei dem Vergleich "gleich frommen Pilgerzügen" (V.3) wird die Unschuld und Anmut der Natur vor dem Beginn des Verfalls verstärkt.
Auch Personifikationen wie die klagende Amsel (V.10) oder die fröstelnden Austern (V.14) zeigen die allgegenwärtige Bedrohung der Natur und Tiere durch den Verfall, gegen nicht einmal diese, obwohl zuvor als fromm und anmutig beschrieben Widerstand finden. Auch die Verwendung der Metonymie "rote Wein" (V.11) anstatt von Trauben-Stauden verstärkt als typisch expressionistische Verwendung der Sprache, den Effekt der Macht des Verfalls. Auch kann die Farbe Rot im Gedicht als Synonym für Blut gesehen werden.
Daneben gibt es jedoch noch weitere, häufig im Expressionismus verwendete Stilmittel im Gedicht. So ist die Reihung von heterogenen Bildern wie in "blasser Kinder Todesreigen" zu nennen, die einerseits die Bedrohung verdeutlichen, andererseits aber auch Beispiel für die revolutionäre Sprachverwendung im Expressionismus ist. Auch ist eine Häufung von Neologismen wie der "dämmervolle Garten" (V.5) oder der "Todesreigen" (V.12) zu nennen, die typisch für den Expressionismus sind.
Abschließende Interpretation
Zusammenfassend stellt das Gedicht also eindeutig eine harmonische Situation dar, die schließlich in eine apokalyptische Vorahnung übergeht, die die Natur ausdrückt. Passend zur Epoche der Romantik beginnt das Gedicht mit einer starken Symbolik, vor allem geprägt von dem Begriff der Natur, die sogar im fünften Vers im Begriff Garten" wörtlich genannt wird, wenn auch nur in einem Synonym. Auch das Symbol des Traumes spielt eine zentrale Rolle" in den ersten beiden Strophen des Gedichtes. So schildert das lyrische Ich beispielsweise in den Versen sechs bis acht eine sehr verträumte Situation, in der sogar die Zeit, versinnbildlicht durch "der Stunden Weiser" (V.7) kaum mehr Bewegung zeigt. |
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Xabotis

Anmeldungsdatum: 29.12.2010 Beiträge: 848
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Verfasst am: 21. Jan 2011 18:27 Titel: Re: interpr. |
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Ich bin beeindruckt, darf ich dir vorschlagen, es als eigenes Topic den Beispielklausuren zuzfügen, damit weitere Nutzer davon profitieren können, so eine ausführliche Interpretation habe ich lange nicht mehr gelesen.
Kompliment, ich kann nichts verbessern
 _________________ There is nothing, neither good nor evil, but human thinking makes it so. (W. Shakespeare) |
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T@Helfer Gast
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Verfasst am: 21. Jan 2011 18:58 Titel: |
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ICh würde vielleicht noch den Smilie streichen!
Sehr gut! Wirklich absolut umfassend gut!  |
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Xabotis

Anmeldungsdatum: 29.12.2010 Beiträge: 848
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Verfasst am: 21. Jan 2011 19:21 Titel: |
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das Problem mit dem smiley hatte ich auch _________________ There is nothing, neither good nor evil, but human thinking makes it so. (W. Shakespeare) |
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peterderweg Gast
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Verfasst am: 21. Jan 2011 19:50 Titel: hm |
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ja wenn das so ist danke fürs kompliment...  |
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T@Helfer Gast
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Verfasst am: 21. Jan 2011 19:55 Titel: |
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Auf der Seite scheints du ja mehrere gute Artikel zu haben! |
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