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HILFE! REFERAT!!! Kurt Tucholsky, Kirche und Wolkenkratzer
 
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AngleLaw



Anmeldungsdatum: 31.05.2011
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 31. Mai 2011 22:29    Titel: HILFE! REFERAT!!! Kurt Tucholsky, Kirche und Wolkenkratzer Antworten mit Zitat

Hallo liebe Forenmitglieder,

ich wäre euch sehr dankbar , wenn ihr mir bei dem Gedicht einigermaßen weiterhelfen könnt...Im Internet finde ich dazu NICHTS! unglücklich
Ich brauche eine Interpretation ...

VIELEN DANK


Kirche und Wolkenkratzer

Es läuten die Glocken: Bim-bam-bim-bam;
es sausen die Autos über den Damm;
die Kirche reckt ihren Turm zum Himmel
und macht Reklame mit ihrem Gebimmel.
Sie wirbt für den christlichen Gedanken –
aber drum herum die Häuser der Banken
sind eine Etage höher.


Wenn zu New York die Börse kocht,
dann beten die frommen Pfaffen:
dass keiner werde eingelocht,
dass sie alle Geld erraffen.
Aber wie sie auch beten in brausendem Chor:
die Banken ragen zum Himmel empor
eine Etage höher.


Und es beten die Pfaffen nach alter Art
gegen sündige Teufelsgedanken.
Das Kirchenvermögen liegt wohlverwahrt
nebenan, nebenan in den Banken.
Wer regiert die Welt –? Hier kann man das sehn.
Um alle Kirchen die Banken stehn
eine Etage höher.


Also soweit ich weiß, war Kurt Tucholsky gegen die Kirchen und hat auch viele Texte verfasst, die sich gegen Gott richteten.
Was ich hierbei verstehe ist doch, dass er der Meinung ist, dass die Kirche kein Ort den Glaubens ist, sondern viel mehr ein Ort , welches mit den Banken gleichzusetzen ist, wo Geld regiert ...


Bei den stilisitschen Mitteln bin ich leider eine Niete unglücklich ...


Vielen Dank für eure Hilfe!!...
Xabotis



Anmeldungsdatum: 29.12.2010
Beiträge: 848

BeitragVerfasst am: 02. Jun 2011 15:56    Titel: Re: HILFE! REFERAT!!! Kurt Tucholsky, Kirche und Wolkenkrat Antworten mit Zitat

Hallo Angle,

so leicht lassen wir dich aber nicht vom Haken, herausfinden musst du die wichtigen Elemente schon allein. Augenzwinkern

Also, du hast ja schon herausgefunden, dass eine Beziehung zwischen den Banken und der Kirche gibt. Diese Beziehung ist das Kernstück der Kritik in Tucholskys Gedicht, denn seine Intention ist ja, wie du schon richtig erkannt hast: "Geld regiert die Welt, auch in der Kirche.".
Jetzt schau noch einmal, bist du sicher, dass die kirche mit einer Bank gleichzusetzen ist?

Beobachte vor allen Dingen:
Was hat die Größe der Gebäude, die immer wieder betont wird, mit der Thematik zu tun?
Wo wird direkt eine Beziehung/Abhängigkeit der Kirche mit den Banken aufgebaut?
wofür beten die Pfaffen und warum werden diese so abwertend genannt?

Zu den Stilmitteln:
versuch doch einfach mal, stellen zu benennen, die ein Stilmittel beinhalten könnten, dann sehen wir weiter.




Wink

_________________
There is nothing, neither good nor evil, but human thinking makes it so. (W. Shakespeare)
Tiberian



Anmeldungsdatum: 06.06.2011
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 06. Jun 2011 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ja auch ich habe nun die Aufgabe das Gedicht vor der Klasse zu interpretieren smile

Es wurde ja bereits erwähnt, dass die Höhe der Gebäude zu beachten ist.
Da die Banken offenbar immer höher sind als die Kirchen, will uns das nun sagen, dass die Banken wichtiger für die Menschen oder gar den Christen ist (quasi eine Kritik an den Menschen)? Oder ist es eine direkte Kritik an der Kirche, die durch ihr Handeln die Banken erst so mächtig macht bzw zumindest unterstützt?


Grüße Thomas
Xabotis



Anmeldungsdatum: 29.12.2010
Beiträge: 848

BeitragVerfasst am: 06. Jun 2011 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

es ist beides Augenzwinkern

Wink

_________________
There is nothing, neither good nor evil, but human thinking makes it so. (W. Shakespeare)
Tiberian



Anmeldungsdatum: 06.06.2011
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 06. Jun 2011 18:45    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für deine Antwort:

Die Kernaussage ist also, dass die Menschheit dem Geld verfallen ist(es quasi anbetet) und dass die Kirche dies auch noch unterstützt da sie selber ihr Geld bei den Banken anlagert.

Mein Hauptproblem ist das Reimschema?
Ich höre zwar raus was sich reimt aber kann jetzt leider nicht zuordnen ob es ein Stabreim oder was anderes ist.


Ich würde diesen Text jetzt der "Neuen Sachlichkeit" zuschreiben.
Würdest du dem zustimmen?


Grüße und Danke.

P.s Hab den Beitrag von dir erst nach meiner PN gesehen.
Xabotis



Anmeldungsdatum: 29.12.2010
Beiträge: 848

BeitragVerfasst am: 06. Jun 2011 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Also, von einem Stabreim habe ich noch nichts gehört, aber du kannst ja mal das Reimshema herausschreiben, benutze für gleiche Reime einfach gleiche Buchstaben, dann vergleiche sie hiermit:

Paarreim: AABB
Kreuzreim: ABAB
umarmender Reim: ABBA

welches Reimshema liegt also vor? Augenzwinkern

Auch bei deiner Frage zur Kategorisierung gilt: Notiere die Merkmale der "Neuen Sachlichkeit".
Dann sehen wir mal, was passt und was nicht. Augenzwinkern


Wink

_________________
There is nothing, neither good nor evil, but human thinking makes it so. (W. Shakespeare)
Tiberian



Anmeldungsdatum: 06.06.2011
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 07. Jun 2011 14:28    Titel: Antworten mit Zitat

Ok erstmal muss ich einen Rahmen setzen:

- Morgen muss ich vor der Klasse das Gedicht interpretieren (werde ich
per Projektor machen).
- ca 10 Minuten lang.
- kurze Bio über Tucholsky (vollendet, dauert ca 1min 35sec[bei mir])
- Gedicht soll vorgelesen werden (ca 1minute)
- Kernaussage mit Belegen (Analyse) (inklusive paar rhetorischer Mittel)
- Form (Reim, Strophenanzahl)
- literaturgeschichtliche Zuordnung soll stattfinden(wollte dann eben sagen dieses Gedicht ist der "Neuen Sachlichkeit" zuzuschreiben weil..[paar Text stellen]

Neue Sachlichkeit:
nüchtern, realistisch, kühl-distanzierte beobachtende Haltung, dokumentarisch-exakte(gefühllose) Darstellung der modernen Gesellschaft, Probleme der Gesellschaft werden dargelegt.

Kirche und Wolkenkratzer:

- Von der zeit (1930) würde das hinkommen.
- (Die Autoren sind meist demokratisch orientiert oder wollen eine
sozialistische Räterepublik) würde auf Tucholsky zutreffen.
- Probleme der Gesellschaft werden dargelegt (Geld regiert die Welt,
selbst die Kirche ist unsittlich bzw dem Geld verfallen)
- nüchterne Alltagssprache ("dass keiner werde eingelocht,dass sie alle Geld erraffen")
- Würde schon sagen, dass das Gedicht nüchtern und realistisch erzählt wird.


Zum Reim:

1. Strophe: AA BB CC dann kommt (sind eine Etage höher.)
Wäre theoretisch ein Paarreim?

2. Strophe: ABABCC dann kommt (")
Wäre theoretisch ein Kreuzreim? Wobei CC(paarreim) komisch ist.

3. Strophe: ABABCC dann kommt (")
Wäre theoretisch Kreuzreim? Wobei cc(paarreim) komisch ist.


Zur Analyse:
Mir fällt es schwer hier viele rhetorische Mittel rauszufiltern, die eben die Kernaussage/kritik unterstützen würden. Mag möglicherweiße daran liegen, dass das Gedicht der "Neuen Sachlichkeit" zugeordnet wird.
Ich finde Textstellen, mit dennen ich die "Neue Sachlichkeit"begründen kann bzw beweisen kann aber der Nachweis der Kernkritik find ich nur an abwertenden Wörter im Bezug zur Kirche, nicht aber direkt durch rhetorische Mittel wie Anapaher, metapher usw.

Kirche und Wolkenkratzer

Es läuten die Glocken: Bim-bam-bim-bam; (hier frag ich mich was das "Bim-bam-bim-bam" bewirken soll. Es baut evt eine gewisse Spannung auf, wenn man es langsam liest. Aber ich weiß nicht, ob es das ist und wie man dieses rhet. Mittel dann nennen würde)

es sausen die Autos über den Damm; (die natur wird gebändigt von der Moderne?)

die Kirche reckt ihren Turm zum Himmel

und macht Reklame mit ihrem Gebimmel. (gebimmel abwertend)

Sie wirbt für den christlichen Gedanken – ("wirbt, reklame"wirkt als sieht er die kirche als unternehmen die am Kapitalismus teilnimmt)

aber drum herum die Häuser der Banken (drum herum, ist das ein rhet. mittel?)

sind eine Etage höher.



Wenn zu New York die Börse kocht,

dann beten die frommen Pfaffen:

dass keiner werde eingelocht, (das Wort eingelocht: steht das für
einsperren im Sinne von Gefängnis)


dass sie alle Geld erraffen. (erraffen negativer begriff, kirche giert)

Aber wie sie auch beten in brausendem Chor: (brausendem Chor, auch eher negativ [möglicherweiße gar aufbrausend in Richtung forderndes Gebet?])

die Banken ragen zum Himmel empor ( "Himmel" banken bedeutender als Kirche)

eine Etage höher.



Und es beten die Pfaffen nach alter Art (kann ich nichts mit anfangen)

gegen sündige Teufelsgedanken. ( ironie?)

Das Kirchenvermögen liegt wohlverwahrt

nebenan, nebenan in den Banken. (wiederholung)

Wer regiert die Welt –? Hier kann man das sehn. (Rhetorische Frage)

Um alle Kirchen die Banken stehn

eine Etage höher.


Zuletzt bearbeitet von Tiberian am 07. Jun 2011 17:47, insgesamt einmal bearbeitet
Tiberian



Anmeldungsdatum: 06.06.2011
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 07. Jun 2011 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Habe den Text nochmals überarbeitet und erste Analyse-Ergebnisse hinzugefügt.



21.57: Ok mein Mainscript steht.
Hab nur Probleme beim Reim.

Ich kenne die Reimart nun aber reicht es die zu nennen oder muss ich mir da irgendwie nen Sinn zusammenspinnen ?


Danke übrigens smile
Tiberian



Anmeldungsdatum: 06.06.2011
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 08. Jun 2011 15:34    Titel: Antworten mit Zitat

So Resultat.

Sie hat nur ne Kleinigkeit geadded und zwar das man durch die Wörter "und" und "aber" noch was deuten kann (hab ich leider schon wieder vergessen). Sie meinte es war eine "wirklich gute Leistung".

Danke an alle smile


Viel Glück den Folgenden.

Mein Endentwurf war bisschen anders musste ja in 10Minuten reinpassen.

Kritik an Kirche, Kritik am Wertesystem. Habe dann jeweils mit unterschiedlicher Farbe die Wörter unterstrichen, die das zeigen.

Kirche z.b: "wirbt" "Reklame" "reckt" "Pfaffen
Hab die Abhängigkeit zwischen Kirche und Bank erklärt Anhand 2 Beispielen z.B "Vermögen wohlverwahrt bei den Banken"

Kritik am Wertesystem (geld mehr wert als alles andere): Wer regiert die Welt?, banken "ragen" (also bedeutender als alles drum herum)

Neue Sachlichkeit: anhand alltagsspache wie sausen, pfaffen sowie der Tatsache, dass das Thema eine gesellschafts-Kritik war, so wie es für die "neue Sachlichkeit" üblich war.

3 Rhet. Mittel wie: Rhetorische Frage (Wer regiert die Welt), dann Wiederholung nebenan, nebenan und dasn Bim-bam was glaub nen Homoioteleuton war. Halt auch was er damit bezwecken will.

Form: Strophenanzahl, Versanzahl, 1. Paarreime + 1 Weiße, 2.Kreuzreime + 1 Paarram + 1 Weiße genauso Strophe 3

Davor halt ne Bio über Tucholsky + 2 bedeutende Werke wie Schloß...(ka mehr wie das hieß) und Deutschland, Deutschland über alles (satire bzw gesell.kritisches Werk).
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