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Woyzeck georg büchner, über die bezeichnung emigranten brec
 
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BlackBox



Anmeldungsdatum: 22.10.2006
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 22. Okt 2006 18:41    Titel: Woyzeck georg büchner, über die bezeichnung emigranten brec Antworten mit Zitat

Hi ihr!!

ich schreib bald eine deutsch klausur und ich wollte mal nachfragen, ob mir irgendjemand die szene im wirtshaus mt den handwerksburschen erklären bzw. interpretieren kann. ich versteh überhaupt nicht was die handwerksburschen da reden...

außerdem möchte ich fragen, ob irgendjemand eine interpretation für dieses gedicht hat, da mein deutschlehrer andeutungen gemacht hat, dass vielleicht das dran kommt. leider bin ich in gedichtinterpretation so mal überhaupt keine leuchte....



Von Bertolt Brecht:

Über die Bezeichnung Emigranten (1937)

Immer fand ich den Namen falsch, den man uns gab: Emigranten.
Das heißt doch Auswanderer. Aber wir
Wanderten doch nicht aus, nach freiem Entschluss
Wählend ein anderes Land. Wanderten wir doch auch nicht
Ein in ein Land, dort zu bleiben, womöglich für immer.
Sondern wir flohen. Vertriebene sind wir, Verbannte.
Und kein Heim, ein Exil soll das Land sein, das und da aufnahm.

Unruhig sitzen wir so, möglichst nahe den Grenzen
Wartend des Tags der Rückkehr, jede kleinste Veränderung
Jenseits der Grenze beobachtend, jeden Ankömmling
Eifrig befragend, nichts vergessend und nichts aufgebend
Und auch verzeihend nichts, was geschah, nichts verzeihend.
Ach, die Stille der Stunde täuscht uns nicht! Wir hören die Schreie

Aus ihren Lagern bis hierher. Sind wir doch selber
Fast wie Gerüchte von Untaten, die da entkamen
Über die Grenze. Jeder von uns
Der mit zerrissenen Schuhn durch die Menge geht
Zeugt von der Schande, die jetzt unser Land befleckt.
Aber keiner von uns
Wird hier bleiben. Das letzte Wort
Ist noch nicht gesprochen.

ich wär echt total dankbar, wenn mir jemand weiterhelfen könnte...
grüße blackbox
Lindenblatt



Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beiträge: 160
Wohnort: Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 24. Okt 2006 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zu: Büchner.

Kannst Du was mit diesen Materialien anfangen?

http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/del/20622.html

_________________
Stultum deridet stultus nihil callidi cogitans.
Lindenblatt



Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beiträge: 160
Wohnort: Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 25. Okt 2006 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

In DeutSSchland galten Emigranten als Vaterlandsverräter (und fast 80 Mill. machten das mit und wollten dafür siegen gegen den Rest der Welt!) - gut: B.B. hatte flüchten können, sonst hätte er es uns nicht mehr berichten können.
*
Zwar keine Interpretation, aber eine Arbeitshilfe:

Von dieser Seite:
http://www.referate10.com/referate/Literatur/33/Literatur-zwischen-1933-1945-reon.php

"Emigration
Zahlreiche Autoren wurden ausgebürgert oder vertrieben aber viele flohen auch und waren dankbar, daß sie den NS-Schergen entkommen konnten. Ein Bsp. Für die Emigration ist Oskar Maria Graf. Er emigrierte über Österreich und Prag nach Amerika, wo er freilich nie heimisch wurde. Auch Berthold Brecht kam 1933 über Prag, Wien, die Schweiz und Paris nach Dänemark, von dort über Schweden, Finnland und Rußland in die USA. Er setzte sich ebenso wie Thomas Mann, der 1933 in die Schweiz emigrierte und ab 1939 in der USA lebte, mit der Frage nach der Aufgabe von Schriftsteller und Literatur zur Zeit der Diktatur auseinander .

Doch die Emigration ins Ausland brachte meist lebensbedrohliche Schwierigkeiten den Verlust der Heimat , des Freundeskreises, der Bücher, des Vermögens und des Lesepublikums. Viele Schriftsteller mußten mit mit schier unlösbaren materiellen Problemen zurechtkommen oder mit den oft noch größeren geistigen Existenzfra- gen. Brecht schildert in seinem Gedicht Über die Bezeichnung Emigranten “Vertriebene sind wir, Verbannte./ Und kein Heim, ein Exil soll das Land sein, daß uns da aufnahm." und Alfred Poglar ebenfalls ein Schrift- steller dieser Zeit schrieb in Der Emigrant und die Heimat: “Die Fremde ist nicht Heimat geworden. Aber die

Heimat Fremde." Viele bedeutende Schriftsteller haben die Abtrennung von Heimat und Sprache nicht über- lebt. Ein Bsp. Hierfür ist Stefan Zweig, der über England, Frankreich, USA im August 1941 nach Petropolis bei Rio de Janeiro gekommen war. Er litt einfach unter der kulturellen Isolation: “Mir fehlt die Erwartung der Leserschaft, mir fehlt ein Verleger, der früher mich stimulierte." Zweig lebte einfach nur noch ohne genaue Ziele: “Ich arbeite nur, um nicht melancholisch oder irrsinnig zu werden." Er verfiel in Depressionen. Am 23.2.1942 wurde das Ehepaar Zweig in seiner Wohnung tot aufgefunden. Die schreckliche Situation der Emigranten schrieb er in seinem Werk Erklärung nieder."

_________________
Stultum deridet stultus nihil callidi cogitans.
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