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Woyzeck & Gesellschaftskritik
 
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Boerni



Anmeldungsdatum: 05.06.2007
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 11. Jun 2007 20:59    Titel: Woyzeck & Gesellschaftskritik Antworten mit Zitat

Hey Leute,

ich schreibe nächste Woche Dienstag Deutsch-LK-Klausur und das Thema ist Woyzeck VS Effi Briest.

Meine Probleme hab ich mit Woyzeck: Inwiefern ist das gesellschaftskritisch? Ich meine direkte Ansätze im Woyzeck, nicht im hessischen Landboten.

Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.
Barium
Gast





BeitragVerfasst am: 11. Jun 2007 21:43    Titel: Antworten mit Zitat

Schau dir die Charakteristika der Personen (Woyzeck, Marie, Tambourmajor, die Nachbarin etc.) an, was sie tun und wie sie enden. Daraus kann man sowohl ein Vorbild für die damalige Zeit als auch einen nicht anzustrebenden Charaktertypus schließen.
Boerni



Anmeldungsdatum: 05.06.2007
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 14. Jun 2007 07:01    Titel: Antworten mit Zitat

Also, meine erste Auffassung: Woyzeck und seine Marie leben am Rande der Gesellschaft auf unterstem Niveau. Büchner greift damit ins die Realität hinein und weißt die damilige Gesellschaftsordnung auf, die Lebensweisen des unteren Volkes und kontrastiert diese zu den Höherstehenden. Damit zeigt er die schlechten Lebensverhältnisse des unteren Standes und zeigt dem Leser, wie "schlimm" es dort zugeht.

Also ich stelle mir die Frage nach der Gesellschaftskritik in Woyzeck, da meine Lehererin gesagt hat, wir sollen uns über gemeinsame "Basisintentionen" von Fontane (Effi Briest) und Büchner (Woyzeck) Gedanken machen. Und das ist in meinen Augen die Gesellschaftskritik, oder?

Bitte schnell antworten, die Zeit rennt davon... Augenzwinkern
Barium
Gast





BeitragVerfasst am: 14. Jun 2007 14:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ja.

Es werden vorgestellt:
- Woyzeck aus der untersten Schublade
- Effi Briest aus der obersten Schublade

Rolle der Gesellschaft:
in beiden Fällen bestimmend, einwirkend, bis hin zu erdrückend und zerstörend (Instetten nennt es "das tyrannisierende Gesellschafts-Etwas")

Nicht vergessen: Das Thema der 12.2 in Deutsch ist ja bei dir (und auch bei mir in Hessen) "Individuum und Gesellschaft", aufbauend auf "Das Individuum im Spannungsfeld zwischen Ideal und Wirklichkeit"... Augenzwinkern
Boerni



Anmeldungsdatum: 05.06.2007
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 14. Jun 2007 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde aber ehrlich gesagt, dass Fontane die Gesellschaft nicht wirklich kritisiert. Zwar sollen wir nur bis Kapitel 19 lesen (einschließlich), aber gerade Fontane schreibt ein Roman über eine junge Frau und ihr Liebesleid in der damaligen Gesellschaft. Wo genau ist dabei die Kritik? Klar, es war damals schwer, das zu tun, was einem das Herz sagt, aber trotzdem, eine deutliche Kritik kann ich nicht erkennen.

Auch im Wozeck wird doch eigentlich "nur" die damalige Situation geschildert. Was ist also genau die Intention der Autoren?

Oder steh ich grad nur auf dem Schlauch... By the wy: In welchem Kapitel kommt dein Zitat vor, das von Instetten?
Barium
Gast





BeitragVerfasst am: 16. Jun 2007 13:54    Titel: Antworten mit Zitat

Wäre es typisch realistisch, den auktorialen Erzähler die Kritik beim Namen nennen und die Missstände aufzählen zu lassen?
Nein! Fontante meidet ja "nacktes Widergeben". Das ist naturalistisch, siehe unseren anderen Thread.

Dadurch, dass Fontante eine Fremdgehsituation verarbeitet, stellt er das Fremdgehen in ein schlechtes Licht, was das Duell zeigt.
Das Thema ist: Was macht die Gesellschaft aus einem? Das wird sowohl in "Woyzeck" als auch in "Effi Briest" dargestellt und verarbeitet.
Allein die Darstellung und die Verarbeitung ist schon Kritik. Wenn ein Autor sich so mit einem Thema auseinandersetzt, dass zwei literarische Werke entstehen, dann ist der Autor kritisch. Sonst hätte er ja keinen Ansporn gehabt, ein Werk mit diesem Thema zu verfassen.

Mit "Woyzeck" zeigt Büchner doch eindeutig, was die Gesellschaft aus einem Menschen macht. Die Schuld liegt bei der Gesellschaft, denn durch sie wird Woyzeck gepeinigt. Er lebt, um zu arbeiten, hält den Druck nicht aus, wird verrückt und bringt seine Frau um - ein verpfuschtes Leben dank der Missstände der Gesellschaft (harte Arbeit, Standesunterschiede). Da muss nun wirklich nichts mehr hinzugefügt werden.

Boerni hat Folgendes geschrieben:
In welchem Kapitel kommt dein Zitat vor, das von Instetten?


Kapitel 27, in der Reclamausgabe von 2002 auf Seite 265, Zeile 13 und die folgende. smile Dabei ist er im Gespräch mit Wüllersdorf, um zu planen, ob er sich mit Crampas duellieren soll oder nicht.
Boerni



Anmeldungsdatum: 05.06.2007
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 16. Jun 2007 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Barium, fühl dich geknutscht, du bist mir echt ne rießen Hilfe Mit Zunge Machst du das beruflich oder studierst du?

Also kann ich folgendes zusammenfassend festhalten: Die Basisintention Fonantes und Büchners in Effi Briest beziehungsweise in Woyzeck ist ihre Kritik an der Gesellschaft. Fontane macht dies, indem er sich die obere Gesellschaft rauspickt und ihre Lebensverhältnisse schildert. Dabei spezialisiert er sich auf die Rolle der (unterdrückten) Frau. Büchner jedoch wählt die untere Gesellschaft mit ihren schrecklichen Lebensverhältnissen und ihren schier ausweglosen Lebenssituationen.

Bitte schnell antworten, steck mitten in den Vorbereitungen für die Klausur am DIENSTAG geschockt
Barium
Gast





BeitragVerfasst am: 17. Jun 2007 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Ergänze, auf welche Art und Weise die Frau unterdrückt wird. Nicht von dem Mann, sondern von der Gesellschaft. Das muss unterschieden werden, denn von einem Mann "unterdrückt" zu werden, war im 20. Jahrhundert Gang und Gebe und absolut nicht skandalös. Augenzwinkern

Und: Ich mache das weder beruflich, noch studiere ich. Ich bin auf einem hessischen Gymnasium in der 12. Klasse. smile
Ich würde ja gerne Germanistik studieren, aber seltsamerweise gibt mein Lehrer mir in den Klausuren nur 7 bis 9 Punkte... grübelnd Damit nimmt mich doch keine Uni, oder? Anderes Thema!
Nelly



Anmeldungsdatum: 25.01.2007
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 23. Jun 2007 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

dienstag ist zwar schon vorbei, aber was solls:

wie barium schon gesagt hat, macht büchner die gesellschaft für den werdegang woyzecks verantwortlich. man siehe nur, wie der arzt mit ihm umgeht: woyzeck muss sich nur noch von (ich glaube) erbsen ernähren und obwohl er schon fast umkippt, ist für den arzt nur die wissenschaftliche beobachtung von interesse.

auch woyzecks frau ist gefangen: sie, als frau in der untersten gesellschaftsschicht, bewundert den tambourmajor doch hat keine chance, an ihn heranzukommen.
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