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Vergleich zweier Texte
 
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Lithium
Gast





BeitragVerfasst am: 03. Sep 2010 02:32    Titel: Vergleich zweier Texte Antworten mit Zitat

Ich muss im Fach Latein eine Hausarbeit zu folgendem Thema schreiben:
"Frauenversteher. Ovids 'Ars Amatoria' und Knigges 'Über den Umgang mit Frauenzimmern' - Ein Vergleich."
Bezüglich der Länge wurden mir keine Vorgaben gemacht, aber ich denke, man kann die Länge einer normalen Facharbeit als Maßstab nehmen - also 15-20 Seiten, ggf. mit Luft nach oben.
Bin in der 12. Klasse Gymnasium.

Mein Problem ist nun, dass ich noch nie einen Textvergleich geschrieben habe und nicht wirklich weiß, wie ich da vorgehen/das ganze gliedern soll/was da alles rein muss.
Wie sieht es beispielsweise mit einer Kurzbiographie der Autoren aus? Sollte das rein oder ist es eher überflüssig?
Kurze Inhaltsangabe der beiden Werke?
Und wie soll ich dann den Hauptteil - also den Vergleich selbst - gliedern? Soll ich ganz klassisch wie bei einer normalen literarischen Analyse inhaltliche, konzeptionelle, formulative sowie intentionale Ebene zunächst des ersten Texts, dann des zweiten Texts untersuchen?

Also z.B. so:
1 Einleitung
2 Vergleich
2.1 Konzeptionelle Ebene
2.1.1 Aufbau Ars Amatoria
2.1.2 Aufbau Über den Umgang...
2.2 Inhaltliche Ebene (wichtigster Punkt)
2.2.1 Liebe (zuerst in Ars Amatoria, dann in Über den Umgang, Parallelen und Unterschiede herausarbeiten, analog bei allen Vergleichspunkten...)
2.2.2 Frauenbild
..
2.3 Formulative Ebene
2.3.1 Wortschatz
2.3.1.1 Wortfeld Liebe
...
2.3.2 Stilmittel
2.3.2.1 Metaphern
...
2.3.3 Syntax (was könnte ich da außer 'Satzbau' noch drunterordnen?)
2.4 Intentionale Ebene
2.4.1 Textfunktion Ars
2.4.2 Textfunktion Über den Umgang
3. Schluss

Ist die Gliederung so ok oder sollte ich die anders machen...?
z.B. zuerst Text 1 untersuchen und da eben bestimmte Charakteristika herausgreifen und näher beschreiben (bei Ars Amatoria z.B. die mythologischen Erzählungen), dann Text 2 gleichermaßen anschließen und zum Schluss eine 'Synthese' schreiben?


Naja, ich will jetzt nicht allzu viel schreiben und lasse es erst mal dabei... falls jemand irgendwo eine (Muster-)Gliederung für nen Textvergleich hat, wär das natürlich sehr vorteilhaft. Ich bin aber allgemein für jegliche Tipps sehr dankbar. smile

Was auch sehr günstig wäre, wenn jemand die beiden Texte (oder einen davon) kennt und mir einige Denkanstöße geben könnte, in welche Richtung ich das ganze entwicklen sollte. Insbesondere bei dem Knigge-Text fehlt mir ein wenig die große Gesamtaussage und das Wissen, ob Knigge vllt. noch irgendwas tiefer Gehenderes mit seinem Werk ausdrücken wollte (Ovids Ars z.B. kann man u.a. als Kritik an Kaiser Augustus' Ehegesetzen deuten).
TiH



Anmeldungsdatum: 17.06.2010
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 03. Sep 2010 23:18    Titel: Re: Vergleich zweier Texte Antworten mit Zitat

Vorab: Ich kann dir hier nicht gut weiterhelfen, deswegen bislang auch keine Antwort. Tut mir Leid.

Lithium hat Folgendes geschrieben:
Ich muss im Fach Latein eine Hausarbeit zu folgendem

Naja, ich will jetzt nicht allzu viel schreiben und lasse es erst mal dabei... falls jemand irgendwo eine (Muster-)Gliederung für nen Textvergleich hat, wär das natürlich sehr vorteilhaft. Ich bin aber allgemein für jegliche Tipps sehr dankbar. smile


Das solltest du auf keinen Fall tun (also eine Gliederung von irgendwo übernehmen). Die Facharbeit ist eine Prüfungsleistung, die Übernahme einer "Mustergliederung" wäre ein sogenanntes "Strukturplagiat" also geistiger Diebstahl und könnte zu einer 6 führen.

Zitat:
Was auch sehr günstig wäre, wenn jemand die beiden Texte (oder einen davon) kennt und mir einige Denkanstöße geben könnte, in welche Richtung ich das ganze entwicklen sollte. Insbesondere bei dem Knigge-Text fehlt mir ein wenig die große Gesamtaussage und das Wissen, ob Knigge vllt. noch irgendwas tiefer Gehenderes mit seinem Werk ausdrücken wollte (Ovids Ars z.B. kann man u.a. als Kritik an Kaiser Augustus' Ehegesetzen deuten).

Ich kenne keinen der Texte,
Unter frei im Netz verfügbare Bibliographie kannst du mal nach Sekundärliteratur zu deinen Texten suchen, aber verlauf dich nicht.
Ein Grundlagenwerk sollte eigentlich reichen. Das kannst du dann über die Fernleihe deiner örtlichen Bibliothek (bzw. Bücherei) relativ schnell (bis zu zwei Wochen) und problemlos für irgendwas zwischen 2-3 Euro bestellen und lesen (das korrekte Zitieren nicht vergessen).

Bezüglich der Feinheiten zu deiner Gliederung solltest du Rücksprache mit deinem Lehrer oder deiner Lehrerin halten. Er oder sie sollte dir diese Fragen problemlos beantworten können. Das ist sein bzw. ihr Job!


Grüße

[edit] Sinn und Zweck der Facharbeit ist es, auf das wissenschaftliche Arbeiten vorzubereiten. Bevor du also ans Werk gehst (Ich finde die Gliederung bis hierhin übrigens durchaus gelungen) solltest du das, was du mit der Arbeit herausarbeiten möchtest, in einer Frage zusammenfassen. Typische Fragen sind:
(1) Wie ist etwas genau?
(2) Warum ist etwas so?
(3) Wie wird sich etwas entwickeln?
(4) Was für Empfehlungen kann man daraus ableiten?
(5) Ist etwas so und so?

Und nun natürlich im Vergleich, also zum Beispiel:
(1) Wie unterscheidet sich das vermittelte Frauenbild im Text Ovids von dem Knigges?
Oder (5) Ähneln sich die Frauenbilder in den beiden Texten?

etc.

Das ist dein "roter Faden", der dich durch die Arbeit führen sollte. Hast du die Fragestellung, dann kannst du eine Gliederung erarbeiten, die sich aus der Frage ergibt, was du genau untersuchen musst, um die Frage beantworten zu können. Im Schluss sollte dann auch unbedingt ein Bezug zu dieser Frage hergestellt und geklärt werden, was die Antwort ist bzw. warum keine Antwort gegeben werden kann.

Du kannst in einer so kurzen Arbeit nicht alle möglichen Aspekte behandeln, dafür ist das Thema viel zu weit, deswegen musst du eine recht enge Frage herausarbeiten.

Als Methode bietet sich in meinen Augen die feministische Interpretation an. Aber andere (etwa hermeneutisch) sind auch denkbar. Auch hier gilt: Entscheide dich für etwas und bleibe dabei.

Ein festes Schema würde ich nicht "abarbeiten".

So jetzt aber, viel Erfolg.

_________________
* bedeutet "ungrammatisch". Dh., dass ein Satz grammatisch falsch ist.
vs. bedeutet "steht in Opposition zu, die Minimalpaarbildung ist eine gebräuchliche Methode in der Linguistik.
Sprache ist toll, nicht unterkriegen lassen ! :-)
Lithium
Gast





BeitragVerfasst am: 04. Sep 2010 00:15    Titel: Re: Vergleich zweier Texte Antworten mit Zitat

TiH hat Folgendes geschrieben:
Vorab: Ich kann dir hier nicht gut weiterhelfen, deswegen bislang auch keine Antwort. Tut mir Leid.


Kein Problem, ich bin über jegliche Art von Antwort dankbar. smile

Zitat:
Das solltest du auf keinen Fall tun (also eine Gliederung von irgendwo übernehmen). Die Facharbeit ist eine Prüfungsleistung, die Übernahme einer "Mustergliederung" wäre ein sogenanntes "Strukturplagiat" also geistiger Diebstahl und könnte zu einer 6 führen.


Ich wollte auch eher mal sehen, wie man so einen Textvergleich grundsätzlich aufziehen kann.

Zitat:
Ich kenne keinen der Texte,
Unter frei im Netz verfügbare Bibliographie kannst du mal nach Sekundärliteratur zu deinen Texten suchen, aber verlauf dich nicht.
Ein Grundlagenwerk sollte eigentlich reichen. Das kannst du dann über die Fernleihe deiner örtlichen Bibliothek (bzw. Bücherei) relativ schnell (bis zu zwei Wochen) und problemlos für irgendwas zwischen 2-3 Euro bestellen und lesen (das korrekte Zitieren nicht vergessen).


Zu Ars Amatoria habe ich bereits Sekundärliteratur in einer Unibibliothek finden können; das Problem ist, dass 'Über den Umgang mit Frauenzimmern' nur ein Kapitel aus Knigges bekanntestem Werk 'Über den Umgang mit Menschen' ist. Literatur zu finden, die sich speziell mit diesem Kapitel befasst, ist leider nicht ganz einfach, aber ich werde es noch mal versuchen.

Zitat:
Bezüglich der Feinheiten zu deiner Gliederung solltest du Rücksprache mit deinem Lehrer oder deiner Lehrerin halten. Er oder sie sollte dir diese Fragen problemlos beantworten können. Das ist sein bzw. ihr Job!


Ich schreibe diese Arbeit für einen Wettbewerb, daher habe ich erst mal keinen Lehrer, der mich da betreut. Ich könnte natürlich meinen Lateinlehrer oder auch meinen Deutschlehrer mal fragen, ob sie mir ein paar Hinweise geben könnten... wenn die Ferien um sind.


Zitat:
Sinn und Zweck der Facharbeit ist es, auf das wissenschaftliche Arbeiten vorzubereiten. Bevor du also ans Werk gehst (Ich finde die Gliederung bis hierhin übrigens durchaus gelungen) solltest du das, was du mit der Arbeit herausarbeiten möchtest, in einer Frage zusammenfassen. Typische Fragen sind:
(1) Wie ist etwas genau?
(2) Warum ist etwas so?
(3) Wie wird sich etwas entwickeln?
(4) Was für Empfehlungen kann man daraus ableiten?
(5) Ist etwas so und so?

Und nun natürlich im Vergleich, also zum Beispiel:
(1) Wie unterscheidet sich das vermittelte Frauenbild im Text Ovids von dem Knigges?
Oder (5) Ähneln sich die Frauenbilder in den beiden Texten?

etc.

Das ist dein "roter Faden", der dich durch die Arbeit führen sollte. Hast du die Fragestellung, dann kannst du eine Gliederung erarbeiten, die sich aus der Frage ergibt, was du genau untersuchen musst, um die Frage beantworten zu können. Im Schluss sollte dann auch unbedingt ein Bezug zu dieser Frage hergestellt und geklärt werden, was die Antwort ist bzw. warum keine Antwort gegeben werden kann.

Du kannst in einer so kurzen Arbeit nicht alle möglichen Aspekte behandeln, dafür ist das Thema viel zu weit, deswegen musst du eine recht enge Frage herausarbeiten.


Hältst du die Frage "Wie sollte man laut Knigge bzw. laut Ovid mit Frauen umgehen, um deren Zuneigung respektive Liebe zu gewinnen?" für zu weit gefasst oder passend?

Zitat:
Als Methode bietet sich in meinen Augen die feministische Interpretation an. Aber andere (etwa hermeneutisch) sind auch denkbar. Auch hier gilt: Entscheide dich für etwas und bleibe dabei.


Feministisch heißt "Wie ist Knigges/Ovids Frauenbild zu beschreiben", oder?
Was meinst du mit hermeneutisch? So was wie "Welche Gesamtaussage lässt sich aus Ars/Über den Umgang mit Frauenzimmern herausarbeiten"?

Zitat:
So jetzt aber, viel Erfolg.


Danke für deine Antwort. smile
TiH



Anmeldungsdatum: 17.06.2010
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 06. Sep 2010 19:31    Titel: Re: Vergleich zweier Texte Antworten mit Zitat

Lithium hat Folgendes geschrieben:

Hältst du die Frage "Wie sollte man laut Knigge bzw. laut Ovid mit Frauen umgehen, um deren Zuneigung respektive Liebe zu gewinnen?" für zu weit gefasst oder passend?

Ich finde die Frage nicht zu weit gefasst, bin mir nur nicht sicher, ob der Aspekt des Vergleichs nicht etwas zu kurz kommt dabei.
Aber nimm sie ruhig, wenn sie dir gefällt.

Zitat:
Als Methode bietet sich in meinen Augen die feministische Interpretation an. Aber andere (etwa hermeneutisch) sind auch denkbar. Auch hier gilt: Entscheide dich für etwas und bleibe dabei.


Feministisch heißt "Wie ist Knigges/Ovids Frauenbild zu beschreiben", oder? Ja und alles, was dazu gehört. Also auch etwa das Bild der Frau in dieser Zeit. Es kann alles sein von der Frage wie Adjektive benutzt werden, um Frauen zu beschreiben bis hin zu der Frage, wie Knigges Mutter "so drauf war". Ist ziemlich offen.

Zitat:
Was meinst du mit hermeneutisch? So was wie "Welche Gesamtaussage lässt sich aus Ars/Über den Umgang mit Frauenzimmern herausarbeiten"?

Hermeneutisch bedeutet einfach "deutend". Metaphern entschlüsseln, Analogien aufdecken, gängige Motive der Gattung/Zeit in Zusammenhang bringen und dabei das Ganze aus seinen Teilen und die Teile aus dem Ganzen heraus zu verstehen. Dies ist in meinen Augen die freieste Interpretation. Wenn man zB. in einer Fabel sagt, dass ein Fuchs für "Schläue" steht, dann ist das hermeneutisch.

_________________
* bedeutet "ungrammatisch". Dh., dass ein Satz grammatisch falsch ist.
vs. bedeutet "steht in Opposition zu, die Minimalpaarbildung ist eine gebräuchliche Methode in der Linguistik.
Sprache ist toll, nicht unterkriegen lassen ! :-)
Lithium
Gast





BeitragVerfasst am: 07. Sep 2010 05:44    Titel: Re: Vergleich zweier Texte Antworten mit Zitat

TiH hat Folgendes geschrieben:
Ich finde die Frage nicht zu weit gefasst, bin mir nur nicht sicher, ob der Aspekt des Vergleichs nicht etwas zu kurz kommt dabei.
Aber nimm sie ruhig, wenn sie dir gefällt.


Hab mich diesbezüglich noch mal anders entschieden. Falls die beiden Werke das hergeben, würde ich eher die Darstellung der Liebe bzw. Liebesbeziehung untersuchen und im Zusammenhang damit noch die Geschlechterrollen (Männer-/Frauenbild). Das führt mich gleich zu einer anderen Frage: Wie bringe ich zum Ausdruck, dass etwas im einen Werk vorhanden ist, im anderen aber nicht? In Ars Amatoria gibt es beispielsweise zahlreiche mythologische Abschweifungen und Anspielungen, mit denen Ovid vordergründig den Wahrheitsgehalt seiner Aussagen beweisen und hintergründig unterhalten will. Über den Umgang mit Frauenzimmern ist dagegen eher kurz gehalten; Beispiele dieser Art gibt es nur wenige.
Wäre es da sinnvoll, die Gliederung aufzuteilen? Also z.B.
3 Geschlechterrollen
3.1 Männerbild in Ars Amatoria
3.1.1 ...
3.2 Männerbild in "Umgang"
3.2.1 ...

Sieht aber etwas "unbequem" zum Schreiben aus... ich würde eher keine Trennung vornehmen und die beiden Werke jeweils zusammen in einem Gliederungspunkt erledigen... stellt sich nur die Frage: kann ich auch einfach einen Gliederungspunkt haben, wo ich nur zum einen Text etwas schreibe und in Bezug auf den anderen sage "Das gibts da nicht, Ende"?

Zitat:
Es kann alles sein von der Frage wie Adjektive benutzt werden, um Frauen zu beschreiben bis hin zu der Frage, wie Knigges Mutter "so drauf war". Ist ziemlich offen.


Die Frage nach dem allgemeinen Frauenbild, ohne das jetzt gezielt anhand spezieller Kriterien zu untersuchen, ist aber ebenfalls zulässig, oder?

Zitat:
Hermeneutisch bedeutet einfach "deutend". Metaphern entschlüsseln, Analogien aufdecken, gängige Motive der Gattung/Zeit in Zusammenhang bringen und dabei das Ganze aus seinen Teilen und die Teile aus dem Ganzen heraus zu verstehen. Dies ist in meinen Augen die freieste Interpretation. Wenn man zB. in einer Fabel sagt, dass ein Fuchs für "Schläue" steht, dann ist das hermeneutisch.


Hm... bietet sich aber für einen Vergleich nicht gerade an, oder? Zumal ich stilistisch sehr wenige Überschneidungen sehe. Knigge erklärt das ganze eher trocken und ernst, während Ovid ironisch und bildlich schreibt...
TiH



Anmeldungsdatum: 17.06.2010
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 07. Sep 2010 10:39    Titel: Re: Vergleich zweier Texte Antworten mit Zitat

Lithium hat Folgendes geschrieben:
wo ich nur zum einen Text etwas schreibe und in Bezug auf den anderen sage "Das gibts da nicht, Ende"?

Ich finds auch besser, nur einen Gliederungspunkt zu machen. Für den Fall, dass etwas wichtiges im einen Werk auftaucht und im anderen nicht, kann man das eigentlich auch genauso schreiben.

Nebenbei, eine gute Gliederung ist zwar wichtig und Grundlage einer Vorbesprechung, sofern eine solche möglich ist (also mit Lehrer, Dozent, ...), aber letztendlich kann man die auch im Nachhinein noch ändern. Wenn ich mir über Thema, Literatur und Ideen klar bin, dann schreibe ich erstmal drauf los (auch ohne Rücksicht auf Stilistik) und überarbeite später noch einmal kritische Passagen, nehme Streichungen vor und Ergänzungen, weil ich meine Meinung über etwas geändert habe, etc.

Zitat:
Die Frage nach dem allgemeinen Frauenbild, ohne das jetzt gezielt anhand spezieller Kriterien zu untersuchen, ist aber ebenfalls zulässig, oder?

Klar. Bei diesen Texten ist bestimmt auch interessant, an wen sie sich richten. Aber wie gesagt, ich bin nicht unbedingt die Literaturwissenschaftsgöttin, meines Wissens nach verhält es sich so, richte dich aber im Zweifel nach deinem Bauchgefühl.

Zitat:
Hm... bietet sich aber für einen Vergleich nicht gerade an, oder? Zumal ich stilistisch sehr wenige Überschneidungen sehe. Knigge erklärt das ganze eher trocken und ernst, während Ovid ironisch und bildlich schreibt...

Es ist oft so, dass sich eine ganz bestimmte Methode anbietet, aber andere kann man auch immer verwenden. Da bekommt man dann eben auch andere Ergebnisse. Es bedeutet sozusagen die Perspektive auf die Texte zu ändern.
Bei der hermeneutischen Perspektive interessiert dich weniger, wie man heute diese Frauenbilder beschreiben würde und mehr, was die Texte damals sagen wollten.

_________________
* bedeutet "ungrammatisch". Dh., dass ein Satz grammatisch falsch ist.
vs. bedeutet "steht in Opposition zu, die Minimalpaarbildung ist eine gebräuchliche Methode in der Linguistik.
Sprache ist toll, nicht unterkriegen lassen ! :-)
Lithium
Gast





BeitragVerfasst am: 08. Sep 2010 02:17    Titel: Re: Vergleich zweier Texte Antworten mit Zitat

TiH hat Folgendes geschrieben:
Lithium hat Folgendes geschrieben:
wo ich nur zum einen Text etwas schreibe und in Bezug auf den anderen sage "Das gibts da nicht, Ende"?

Ich finds auch besser, nur einen Gliederungspunkt zu machen. Für den Fall, dass etwas wichtiges im einen Werk auftaucht und im anderen nicht, kann man das eigentlich auch genauso schreiben.

Nebenbei, eine gute Gliederung ist zwar wichtig und Grundlage einer Vorbesprechung, sofern eine solche möglich ist (also mit Lehrer, Dozent, ...), aber letztendlich kann man die auch im Nachhinein noch ändern. Wenn ich mir über Thema, Literatur und Ideen klar bin, dann schreibe ich erstmal drauf los (auch ohne Rücksicht auf Stilistik) und überarbeite später noch einmal kritische Passagen, nehme Streichungen vor und Ergänzungen, weil ich meine Meinung über etwas geändert habe, etc.


Weiß ich... habe bereits eine Facharbeit geschrieben und da auch Teile der Gliederung beim Schreiben noch mal verändert. Aber wie gesagt, ich will ja mal meinen Lehrer um Ratschläge bitten und daher eine möglichst gute Gliederung für den Anfang haben. smile

Zitat:
Zitat:
Hm... bietet sich aber für einen Vergleich nicht gerade an, oder? Zumal ich stilistisch sehr wenige Überschneidungen sehe. Knigge erklärt das ganze eher trocken und ernst, während Ovid ironisch und bildlich schreibt...

Es ist oft so, dass sich eine ganz bestimmte Methode anbietet, aber andere kann man auch immer verwenden. Da bekommt man dann eben auch andere Ergebnisse. Es bedeutet sozusagen die Perspektive auf die Texte zu ändern.
Bei der hermeneutischen Perspektive interessiert dich weniger, wie man heute diese Frauenbilder beschreiben würde und mehr, was die Texte damals sagen wollten.
[/quote]

Unter diesem Gesichtspunkt fände ich die hermeneutische Perspektive durchaus interessant - wäre da nicht das Wort "Frauenversteher" in der Aufgabenstellung und die Tatsache, dass eine hermeneutische Ausrichtung bei dem Knigge-Text vermutlich nichts sonderlich Spektakuläres ergeben würde. Also bleibe ich wohl besser bei der feministischen Variante. ^^


Danke für deine Hilfe! smile
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