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Faust - Wette oder Pakt?
 
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Auf.Stand



Anmeldungsdatum: 14.01.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 14. Jan 2007 15:26    Titel: Faust - Wette oder Pakt? Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich habe die tolle Aufgabe bekommen, herauszufinden, ob es sich bei Faust um eine Wette oder einen Pakt handelt. Und irgendwie komme ich an diesem Punkt nicht weiter.
Im Internet findet man auch einen ständigen Wechsel von "Wette" oder "Pakt", so dass mir dies nicht weiter hilft. Ich tendiere übrigens dazu, dass es sich weder um Wette noch um Pakt handelt, da es bei diesen beiden Verabredunge in der Regel ein festes, vorraussehbares Ende gibt. Und dass, so glaube ich, ist bei Faust nicht gegeben, da rein theoretisch das Abkommen unendlich lange zählen könnte.
Was denkt ihr? Über viele verschiedene Meinungen wäre ich echt dankbar!!!

CU,
Auf.Stand
Caleb



Anmeldungsdatum: 12.01.2007
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 14. Jan 2007 16:41    Titel: Antworten mit Zitat

Bis wann musst du das herausfinden?
Wenn du Zeit hast würde ich dir einfach raten "Faust I" in der Taschenbuchversion zu kaufen und zu lesen. Internet immer sehr gefährlich wenn es um Informationen geht, erst letztens hat meine Deutschlehrerin ein Reverat komplett abgebrochen, da die Informationen des Reverenten falsch waren.

Um direkt auf deine Fage einzugehen:
Ich würde sagen, dass es ein Pakt ist. Ich leite das einfach aus der Redensart "Ein Faustischer Pakt" ab. Textliche Beweise kann ich dir aber nicht geben und so kann es auch einfach sein, dass es sich um eine falsche Aussage handelt die sich in den Sprachgebrauch eingebürgert hat.

lg
Caleb
Noctu



Anmeldungsdatum: 04.10.2006
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 14. Jan 2007 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

also wenn ich den Faust raushole ....
In Zeile 1698 sagt Faust " Die Wette biete ich"
danach schlagen M. und F. ein : " Topp !" / "Und schlag auf Schlag !"

Ich meine man kann das aber auch als Pakt ( Vertrag ) sehen weil in Zeile 1715 bittet sich M. "... ein paar Zeilen aus" und F. unterschreibt nach einigem hin und her, weil M. seinem Wort nicht recht glaubt, ein Pergament mit einem Tropfen Blut. "Blut ist ein ganz besonderer Saft" heisst es dann, das hebt die Wichtigkeit hervor !
Ein Vertrag ist in der Regel eine schriftliche Vereinbarung und die liegt hier vor : Faust kann sich den Zauberkünsten von M. bedienen um seinem Streben nach Erkenntnis ( Zeile 382 "... was die Welt im Innersten zusammenhält" ) und später auch seinen Trieb ( "Gretchen" Zeile 2605ff "Hör, du musst mir die Dirne schaffen !) zu befriedigen, dafür bekommt M. , im Erfolgsfalle, die Seele F´s. wenn sein Wissensdurst gestillt ist ( Zeile 1699ff "Werd ich zum Augenblicke sagen: verweile doch ....") und F. muss M. "dienen".
Der "Vertrag" ist recht komplex und geht über das Maß einer Wette m.E. hinaus. Eine Wette ist in der Regel was einfaches, man wettet ob was eintrifft oder man was kann - wetten dass / wetten dass nicht - Topp und das wars. Hier ist das etwas anders gelagert, die Paktszene zieht sich über mehrere Seiten hin, beide Parteien sind sich der Tragweite des Vertrages wohl bewusst, versichern sich hinterher dass sie den Vertrag auch einhalten, M. bestärkt F. noch dass er soz. großen Spass haben wird und macht ihm die Sache schmackhaft, wissend dass M. doch die Seele von F. bekommt früher oder später, für M. spielt die Zeit keine Rolle.

Dass in der Literatur sowohl von Wette als auch von Pakt gesprochen wird, zeigt dass man es so ( nah am Text ) oder auch so ( als Vertrag/Pakt im erweiterten Sinne ) sehen kann . Wahrscheinlich will Deine Lehrerin sehen wie Du Deine Thesen mit stichhaltigen Belegen unterfüttern kannst.
Zauberwürfel
Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 05.08.2004
Beiträge: 754
Wohnort: Osnabrück

BeitragVerfasst am: 15. Jan 2007 10:36    Titel: Antworten mit Zitat

Wie wäre es denn, wenn du genau das in der "Lösung" bzw Antwort schreibst?
Du hast bereits genug stichhaltige Antworten geliefert, die sowohl für als auch gegen Pakt und/oder Vertrag sprechen.
Wenn du eben dieser Meinung bist, dann argumentiere so, dass man deiner Meinung nach nicht sicher sagen kann, ob es sich nun um einen Pakt oder einen Vertrag handelt...

_________________
WICHTIG!
1.Wir erledigen hier keine Hausaufgaben!
2.Erwartet nicht innerhalb weniger Minuten/ Stunden eine perfekte Lösung!

Und denkt dran:
http://www.mysmilie.de/smilies/schilder/4/img/022.gif Augenzwinkern
Auf.Stand



Anmeldungsdatum: 14.01.2007
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 15. Jan 2007 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

Wow, das waren ja super Antworten bisher! Damit habe ich gar nicht gerechnet.. Danke schön! (Vor allem an Noctu) smile
Aber meint ihr nicht, dass es letztenendes doch Pakt ODER Wette ist? Vertrag klingt zwar gut, aber erfüllt die Aufgabe doch noch nicht ganz. Also falls ihr wisst, was ich sagen möchte. Heute würde jeder sagen, es sei ganz einfach ein Vertrag. Doch irgendwie muss es ja doch einen grundlegenden Unterschied zwischen Pakt, Wette und Vertrag geben.
Aber ich habe für die Aufgabe schon noch ein paar Tage Zeit, also immer mit der Ruhe! :-)

Vielen vielen Dank!
lg, Auf.Stand Thumbs up!
Sirius



Anmeldungsdatum: 29.04.2006
Beiträge: 180
Wohnort: Erlangen

BeitragVerfasst am: 15. Jan 2007 23:55    Titel: Wette - Pakt Antworten mit Zitat

Auch wenn ich die Unterscheidung nach Wette, Pakt oder Vertrag für wenig sinnvoll halte (Was soll denn der Unterschied zwischen Vertrag und Pakt sein???), plädiere ich im Zweifelsfall für den Begriff "Wette" - und zwar für eine, die entschieden ist, bevor sie überhaupt abgeschlossen wird. Die Entscheidung ist nämlich bereits im (Vorspiel im ) Himmel gefallen: Der HERR ist sich sicher, dass Faust den richtigen Weg geht, um - trotz aller Irrwege - in die "Klarheit" zu gelangen. Mephisto hält dagegen: "Was wettet Ihr? den sollt Ihr noch verlieren ..." Der Herr aber (und das ist immerhin Gott und hier eindeutig nicht Gegenspieler des Teufels, sondern diesem übergeordnet!) sieht bereits jetzt voraus: "... und steh beschämt, wenn du erkennen musst: Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges wohl bewusst."

Die Wette auf der Erde ist dann auch kein Vertrag, etwa des Inhalts, dass Mephisto dem Faust zu Wissen, Erkenntnis oder so verhelfen solle. Die Wettbedingung heißt: Wenn du mich zur zufriedenen Untätigkeit verführen kannst, wenn du mich dazu bringen kannst, dass ich den Genuss dem Streben nach Neuem vorziehe, dann hast du gewonnen. Und Faust ist sich so sicher wie der HERR, dass Mephisto das nicht schafft. (Mephisto sieht das - wie im Himmel - anders. Eine typische Wettsituation also!) Und wie schon Noctu sagt, bietet Faust dies auch ausdrücklich als "Wette" an, die Mephisto annimmt - und am Schluss verliert.

Übrigens hat der "arme Teufel" die Wette auch nie kapiert. Er führt Faust eben nicht zur Zufriedenheit, sondern bringt ihn immer wieder in Situationen, in denen dieser fliehen muss, also weiter und immer Neues beginnen muss: Dass ihn das Besäufnis im Weinkeller nicht zum Daueraufenthalt reizt, dürfte klar sein. Die Gretchengeschichte vermasselt Mephisto so, dass Faust nach Verführung und Brudermord fliehen muss. (Eine idyllische Ehe mit Gretchen, Haus und Kindern - schon hätte Mephisto gewonnen!) Am Kaiserhof fliegt der Papiergeld-Schwindel auf und die Verbindung mit Helena bleibt auch nicht so ideal, wie sie anfangs aussieht. Selbst das Landgewinnungsprojekt scheitert, weil Mephisto es bewusst (und dummerweise) torpediert. So ist Faust am Ende "nur durch die Welt gerannt ... Was nicht genügte, ließ ich fahren, was mir entwischte, ließ ich ziehn. Ich habe nur begehrt und nur vollbracht und abermals gewünscht ..." Weil dieses Leben so ausging, hat Faust (und der HERR) gewonnen und Mephisto verloren. So ist das nun mal bei einer WETTE!

Wetten, dass das stimmt?
Grüße von
Sirius

_________________
"So tauml' ich von Begierde zu Genuss,
Und im Genuss verschmacht' ich nach
Begierde." (Wald und Höhle)
Chris



Anmeldungsdatum: 16.01.2007
Beiträge: 2
Wohnort: Raben Steinfeld

BeitragVerfasst am: 16. Jan 2007 06:37    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich bin definitv der Meinung, dass es eine Wette UND ein Pakt ist. Einerseits wird doch eine Wette zwischen Mephisto und dem Herrn gemacht. (Mensch von Grund auf Gut oder böse etc.) Wobei Mephisto mit dem Protagonisten Faust doch einen Pakt abschließt. Da seh ich den grundlegenden Unterschied.

mfg Chris
Lacrima



Anmeldungsdatum: 16.01.2007
Beiträge: 6
Wohnort: Rheinland-Pfalz

BeitragVerfasst am: 16. Jan 2007 16:21    Titel: Antworten mit Zitat

Die Sache zwischen dem Herrn und Mephisto ist eine Wette und kein Pakt. Mephisto wettet ja, dass er Faust von dem "rechten Weg" abbringen kann und der Herr wettet dagegen, dass er es nicht schaffen werde. Er glaubt an die Vernunft im Menschen, die Mephisto bezweifelt.

Bei Faust und Mephisto würde ich es eher als eine Mischung von Pakt und Wette bezeichnen. Einen Pakt würde ich in diesem Fall eher als Bündnis sehen. Mephisto dient ihm auf der Erde und wenn er es schafft, Fausts Unwissenheit zu befriedigen und Faust zu dem Augenblick sagt "verweile doch du bist so schön", dann wird im Faust auf der anderen Seite dienen. Also ist es einerseits der Pakt, wo es um das Dienen geht und andererseits eine Wette (wenn Mephisto es schafft Faust zu befriedigen [klingt komisch, ich weiß ^^], dann setzt automatisch ein Teil des Paktes, nämlich das Faust ihm dient, ein).

Hoffe ihr konntet meine Argumentation bisschen nachvollziehen Augenzwinkern

Alles Liebe
rocky007



Anmeldungsdatum: 30.10.2007
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 31. Okt 2007 07:08    Titel: Antworten mit Zitat

Lacrima hat Folgendes geschrieben:
Die Sache zwischen dem Herrn und Mephisto ist eine Wette und kein Pakt. Mephisto wettet ja, dass er Faust von dem "rechten Weg" abbringen kann und der Herr wettet dagegen, dass er es nicht schaffen werde. Er glaubt an die Vernunft im Menschen, die Mephisto bezweifelt.

Bei Faust und Mephisto würde ich es eher als eine Mischung von Pakt und Wette bezeichnen. Einen Pakt würde ich in diesem Fall eher als Bündnis sehen. Mephisto dient ihm auf der Erde und wenn er es schafft, Fausts Unwissenheit zu befriedigen und Faust zu dem Augenblick sagt "verweile doch du bist so schön", dann wird im Faust auf der anderen Seite dienen. Also ist es einerseits der Pakt, wo es um das Dienen geht und andererseits eine Wette (wenn Mephisto es schafft Faust zu befriedigen [klingt komisch, ich weiß ^^], dann setzt automatisch ein Teil des Paktes, nämlich das Faust ihm dient, ein).

Hoffe ihr konntet meine Argumentation bisschen nachvollziehen Augenzwinkern
Alles Liebe

Da stimme ich dir vollkommen zu.

_________________
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Zuletzt bearbeitet von rocky007 am 02. Nov 2007 16:21, insgesamt einmal bearbeitet
Barium
Gast





BeitragVerfasst am: 31. Okt 2007 17:01    Titel: Antworten mit Zitat

Goethe selbst schrieb übrigens in einem Brief, dass es ein "Pakt mit Wettcharakter" sei - die Grenzen sind also schwammig.
weis nicht
Gast





BeitragVerfasst am: 29. März 2010 10:10    Titel: Inhalt vom Vertrag Antworten mit Zitat

Hilfe Hilfe Hilfe Hilfe
Hallo Forum,
ich soll für die Schule mit meinem Partner den Vertrag von Faust aufs Papier bringen. Da wir nur sehr wenig Zeit haben und auch bald Prüfungen (ist ne Menge Stress) hatte ich gehofft, das einer von euch schonmal so etwas machen musste und mir dass hier posten kann. Ich würde um schnelle und auch gute Antworten bitten.




Danke schon im voraus
toxicomanie
Gast





BeitragVerfasst am: 16. Feb 2011 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

sehr sehr sehr lustiges thema xD ich habe gerade entsetzt festgestellt, dass wir in unserem deutschheft die überschrift "pakt und wette mit mephisto" festgehalten haben.
ein pakt mit dem teufel besteht
-in der ewigen verdammnis der seele
-einem vertrag mit blut
-dass man die seele dem teufel verschreibt
-und dem entsagen der religion


im beispiel fausts tendiert dies jedoch eher zu einer wette, da faust die religion nicht komplett verflucht, sondern eine bedinung daran knüpft ( er verflucht da alles mögliche, hab das heft leider grade nicht da)
außerdem glaubt faust an einen eigenwert der menschlichen natur, in die der teufel sich nicht hineinversetzen kann, weshalb er auch glaubt, dass mephisto ihm keinen augenblick bescheren kann, zu dem er sagen wird: verweile doch, du bist so schön.

es ist eigentlich kein pakt, weil davon beide profitieren würden - bei einer wette kann nur einer gewinnen. ich halte übermorgen allerdings ein referat über faust 2 und bin mir nicht ganz sicher, was das gewinnen anbelangt - eigentlich erreicht faust seine erlösung, aber bis zum letzten vers bleibt seine seele da, wo sie ist. einzig die mater gloriosa sagt: wenn er dich ahnet, folgt er nach.
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