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Wo ist das Prädikat im Satz?
 
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Mate



Anmeldungsdatum: 24.04.2018
Beiträge: 1
Wohnort: Zürich

BeitragVerfasst am: 24. Apr 2018 10:11    Titel: Wo ist das Prädikat im Satz? Antworten mit Zitat

Meine Frage:
Ich arbeite an meinen Syntaxkenntnissen.

Im folgenden Satz habe ich versucht das Prädikat ausfindig zu machen und die verschiedenen Satzteile zu klassifizieren.

"Von seinem Schwager, der seit Jahren in der Schweiz lebt, hatte ich seine erschütternde Geschichte gehört, die ihn zur Flucht bewogen hatte."





Meine Ideen:
Ich denke "hatte" ist das Prädikat und "ich" das Subjekt.

"hatte ich seine erschütternde Geschichte gehört" -> Ich denke, dass ist ein Stirnsatz und gleichzeitig auch ein Hauptsatz?

"Von seinem Schwager (NS), der seit Jahren in der Schweiz lebt (NS),"
"die ihn zur Flucht bewogen hatte.(NS)"

Vielen Dank für die Hilfe!
Steffen Bühler
Moderator


Anmeldungsdatum: 26.06.2012
Beiträge: 862

BeitragVerfasst am: 24. Apr 2018 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

Willkommen im Deutschboard!

Ich bin mit fast allem einverstanden. Allerdings ist "hatte" nur ein Hilfsverb und bildet zusammen mit "gehört" das eigentliche Prädikat des Satzes, der ja im Plusquamperfekt steht.

Viele Grüße
Steffen
Aracan



Anmeldungsdatum: 07.02.2017
Beiträge: 209

BeitragVerfasst am: 24. Apr 2018 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Und "Von seinem Schwager" würde ich zum Hauptsatz stellen, nicht zu den Nebensätzen.
Steffen Bühler
Moderator


Anmeldungsdatum: 26.06.2012
Beiträge: 862

BeitragVerfasst am: 24. Apr 2018 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Stimmt, danke. Das ist ja eine Umstandsbestimmung, für einen Nebensatz fehlt das Verb.
oberhaenslir



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 748

BeitragVerfasst am: 14. Jul 2018 09:29    Titel: Satzglieder Antworten mit Zitat

"Von seinem Schwager, der seit Jahren in der Schweiz lebt, hatte ich seine erschütternde Geschichte gehört, die ihn zur Flucht bewogen hatte."

Von seinem Schwager, der seit Jahren in der Schweiz lebt, habe ich die erschütternde Geschichte, welche ihn zur Flucht bewogen hat, gehört.

Von seinem Schwager, der seit Jahren in der Schweiz lebt, > Präpositionalobjekt (Von wem?)

habe > Prädikat 1. Teil

ich > Subjekt (Wer?)

die erschütternde Geschichte, welche ihn zur Flucht bewogen hat, > Akkusativobjekt (Wen oder was gehört?)

gehört. > Prädikat 2. Teil

Das Akkusativobjekt darf nicht getrennt werden. Eine Trennung ist nur beim Prädikat erlaubt.
Aracan



Anmeldungsdatum: 07.02.2017
Beiträge: 209

BeitragVerfasst am: 15. Jul 2018 09:21    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das Akkusativobjekt darf nicht getrennt werden. Eine Trennung ist nur beim Prädikat erlaubt.

Bitte geben Sie mir einen Hinweis, wo ich Genaueres zu dieser Regel nachlesen kann. Besten Dank im Voraus!
oberhaenslir



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 748

BeitragVerfasst am: 15. Jul 2018 09:59    Titel: Satzglieder Antworten mit Zitat

Satzglieder sind die kleinste Einheit im Satz, die als Ganze an andere Positionen verschoben werden kann/darf. Ausnahme: Das Prädikat.
Aracan



Anmeldungsdatum: 07.02.2017
Beiträge: 209

BeitragVerfasst am: 15. Jul 2018 12:10    Titel: Antworten mit Zitat

Dass ich es in diesem Thread nachlesen kann, hatte ich bereits bemerkt, daran knüpfte sich ja mein Ersuchen um weiterführende Belege zu dieser Regel. Wenn Sie darauf bestehen, Objektsätze mit mehreren Ebenen nicht durch eingeschobene Prädikate verständlicher zu gestalten, ist damit nicht bewiesen, dass die entsprechende Regel existiert, sondern nur, dass Sie den Objektcharakter des Objektsatzes über seinen Satzcharakter stellen.
Immerhin haben Sie dadurch ein schönes Stück Literatur erst möglich gemacht, nämlich die Auslassungen von Mark Twain über die deutsche Sprache, genauer gesagt, diese Stelle:
Zitat:
Ein durchschnittlicher Satz in einer deutschen Zeitung ist eine erhabene, eindrucksvolle Kuriosität; er nimmt ein Viertel einer Spalte ein; er enthält sämtliche zehn Wortarten – nicht in ordentlicher Reihenfolge, sondern durcheinander; er besteht hauptsächlich aus zusammengesetzten Wörtern, die der Verfasser an Ort und Stelle gebildet hat, sodass sie in keinem Wörterbuch zu finden sind – sechs oder sieben Wörter zu einem zusammengepackt, und zwar ohne Gelenk und Naht, das heißt: ohne Bindestriche; er behandelt vierzehn oder fünfzehn verschiedene Themen, von denen jedes in seine eigene Parenthese eingeschlossen ist, und jeweils drei oder vier dieser Parenthesen werden hier und dort durch eine zusätzliche Parenthese abermals eingeschlossen, sodass Pferche innerhalb von Pferchen entstehen; schließlich werden alle diese Parenthesen und Überparenthesen in einer Hauptparenthese zusammengefasst, die in der ersten Zeile des majestätischen Satzes anfängt und in der Mitte seiner letzten Zeile aufhört –und danach kommt das Verb, und man erfährt zum ersten Mal, wovon die ganze Zeit die Rede war; und nach dem Verb hängt der Verfasser noch „haben sind gewesen gehabt haben geworden sein“ oder etwas dergleichen an – rein zur Verzierung, soweit ich das ergründen konnte –, und das Monument ist fertig.
oberhaenslir



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 748

BeitragVerfasst am: 15. Jul 2018 18:00    Titel: Satzglieder Antworten mit Zitat

"Wenn Sie darauf bestehen, Objektsätze mit mehreren Ebenen nicht durch eingeschobene Prädikate verständlicher zu gestalten, ist damit nicht bewiesen, dass die entsprechende Regel existiert, sondern nur, dass Sie den Objektcharakter des Objektsatzes über seinen Satzcharakter stellen."

Ich bestehe ja nicht darauf, dass Sie die restlose Aufgliederung eines Satzes in Satzglieder lernen. Dennoch ist ein Objektsatz ein Objekt. Da kann man kein Prädikat "einschieben".
Aracan



Anmeldungsdatum: 07.02.2017
Beiträge: 209

BeitragVerfasst am: 16. Jul 2018 09:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ihre Toleranz ist sehr erfreulich. Ich habe aber ohnehin nicht vor, viel Zeit in die Erforschung der Satzglieder zu investieren. Bin ich doch jetzt schon mit dem Thema ausreichend vertraut, um sogar Objektsätze zu identifizieren, die ihr Prädikat bei sich tragen.
Wie Sie zu meinen Grammatikkenntnissen stehen, war aber auch gar nicht die Frage. Die Frage bezog sich vielmehr, und ich versuche das jetzt so klar wie möglich darzulegen, weil ich mich anscheinend missverständlich ausgedrückt hatte, auf Ihren Syllogismus:

Prämisse 1: Satzglieder (mit Ausnahme des Prädikats) können als Ganzes verschoben werden.
Prämisse 2: Gliedsätze sind Satzglieder.
Konklusion: Gliedsätze müssen sich als Ganzes verschieben lassen.

Diese Konklusion vollziehe ich nicht nicht nach, weil ein Satz nicht nur die Pflicht hat, küchenfertig für die Verschiebeprobe bereitzuliegen, sondern (vielleicht noch wichtiger?) verständlich zu sein. Ein Gliedsatz ist ein Satzglied, aber ein Gliedsatz und ein Satzglied sind nicht immer dasselbe. Ein Satz kann durchaus an Verständlichkeit verlieren, wenn seine Prädikate sich an seinem Ende versammeln. Für mich ist folgender Satz standardsprachlich und aus den mir bekannten Regeln geht nichts Gegenteiliges hervor:
Zitat:
Von seinem Schwager, der seit Jahren in der Schweiz lebt, hatte ich seine erschütternde Geschichte gehört, die ihn zur Flucht bewogen hatte.

Dass sich analoge literarische Belegstellen ohne Weiteres finden lassen, behaupte ich einfach einmal.
Ich hatte Sie daher ersucht, eine Kodifikation Ihrer Schlussfolgerung zu zitieren. Stattdessen haben Sie Ihre Prämissen wiederholt, die mir bereits bekannt waren.
Aracan



Anmeldungsdatum: 07.02.2017
Beiträge: 209

BeitragVerfasst am: 17. Jul 2018 09:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hier eine kleine Ergänzung als Verständnishilfe. Vielleicht rührt Ihre Meinung ja von der sichtlich mangelnden Trennschärfe zwischen einem Objektsatz einerseits und einem Objekt mit Attributsatz andererseits.
Im Beispielsatz liegt ein Objekt mit Attributsatz vor ("Was für eine erschütternde Geschichte?" "Die, welche ihn zur Flucht bewogen hat").
Ein Objektsatz ist hingegen:
Ich glaube Ihnen gern, dass Sie sich bemühen.
"Wen oder was glaube ich Ihnen gern?" "Dass Sie sich bemühen."

Da Sie ja mit den maßgeblichen Nachschlagewerken konsequent hinterm Berg halten (ich warte immer noch auf die bibliographische Notiz zum standardsprachlich verbindlichen Wörterverzeichnis), habe ich einfach einmal Wikipedia bemüht, wo zu lesen steht:

Eine Besonderheit von Attributsätzen ist, dass sie, im Gegensatz zu den meisten anderen Attributen, sehr leicht ans Satzende (ins Nachfeld) ausgelagert werden können – sie werden dadurch von ihrem Bezugswort getrennt.

Vielleicht hilft ihnen das wenigstens, mir zu verdeutlichen, warum von diesen beiden Sätzen nur einer korrekt sei:

Ich werde ein Buch lesen.
Ich werde ein Buch lesen, das mich interessiert.
oberhaenslir



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 748

BeitragVerfasst am: 08. Aug 2018 05:33    Titel: Re: Satzglieder Antworten mit Zitat

oberhaenslir hat Folgendes geschrieben:
Satzglieder sind die kleinste Einheit im Satz, die als Ganze an andere Positionen verschoben werden können. Attribute sind keine Satzglieder. Sie gehören zu einem Satzglied und dürfen deshalb nur mit diesem zusammen verschoben werden.
Aracan



Anmeldungsdatum: 07.02.2017
Beiträge: 209

BeitragVerfasst am: 10. Aug 2018 09:23    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr geehrter Herr oberhaenslir, es widerstrebt mir, meine Zeit, Ihre Zeit und die Zeit etwaiger Mitleser mit der wortgleichen Wiederholung bereits dargebrachter Argumente zu verschwenden. Ich versuche Ihnen daher anders auf die Sprünge zu helfen:
Die Diskussion in diesem Thread befasst sich nicht mehr damit, was ein Satzglied ist und ob man es als Ganzes verschieben kann. Vielmehr geht es darum, ob ein Attributsatz von dem zugehörigen Objekt (oder Subjekt etc.) getrennt werden darf. Die literarische und allgemeinsprachliche Praxis sowie Regelsammlungen wie die von mir zitierte Wikipedia bejahen dies eindeutig. Sie verneinen es. Falls Sie irgend etwas außer dem bereits zweimal geposteten Satz vorbringen können, um Ihre Meinung zu untermauern, dann bitte heraus damit! Falls nicht, müssen Sie den bewussten Satz meinetwegen kein drittes Mal posten. Ich habe ihn schon beim ersten Mal verstanden.
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