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Komma vor "als" als Komparativpartikel
 
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Barium
Gast





BeitragVerfasst am: 11. Okt 2006 13:57    Titel: Komma vor "als" als Komparativpartikel Antworten mit Zitat

Hallo!

In der letzten Klausur schrieb ich: "Kunst und Natur seien nach Meinung des lyrischen Ichs enger verbunden als der Mensch es denke."

Mein Deutschlehrer hat nach "verbunden" und vor "als" ein Komma gesetzt.

Meine Frage: Gehört es da hin? Ich wäre auch für eine Begründung und ggf. eine verallgemeinernde Regel dankbar, auch in Analogie zu "wie" in meinem Klausursatz: "Des Weiteren geht man in der Klassik von einem intelligenten, gebildeten Bürger aus - folglich so einem Menschen wie das lyrische Ich einen darstellt."

Auch hier setzte mein Deutschlehrer ein Komma hinter "Menschen" und vor "wie". Wie ist es nun korrekt?

MfG.,
Barium
Lindenblatt



Anmeldungsdatum: 30.10.2005
Beiträge: 160
Wohnort: Ruhrpott

BeitragVerfasst am: 22. Okt 2006 17:45    Titel: Re: Komma vor "als" als Komparativpartikel Antworten mit Zitat

Barium hat Folgendes geschrieben:
Hallo!

In der letzten Klausur schrieb ich: "Kunst und Natur seien nach Meinung des lyrischen Ichs enger verbunden als der Mensch es denke."

Barium


mit "..., als..." wird ein Konjunktionalsatz eingeleitet. Das merkst du doch an: Subj. und Prädikat.
Und du kannst noch den Modus des Konj.satzes bestimmen.

_________________
Stultum deridet stultus nihil callidi cogitans.
deulo



Anmeldungsdatum: 30.03.2008
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 30. März 2008 16:34    Titel: Recht hatter Antworten mit Zitat

Zitat:

In der letzten Klausur schrieb ich: "Kunst und Natur seien nach Meinung des lyrischen Ichs enger verbunden als der Mensch es denke."
Mein Deutschlehrer hat nach "verbunden" und vor "als" ein Komma gesetzt.

Das ist richtig.
REGEL: Eine Komma muss zwischen Sätzen unterschiedlicher Ordnung, also Neben- und Hauptsatz, stehen, egal ob diese eingeleitet werden oder nicht.
"Das ist besser, als wenn du schläfst."
Es steht auch dann zwischen gleichgeordneten Teilsätzen, wenn diese nicht über eine Konjunktion ("und", "oder") verbunden sind.
"Er kam, er ging, er verschwand für immer."

Der Teilsatz "als der Mensch es denke" ist ein Nebensatz (genauer: durch die komparative, d.h. vergleichende, Konjunktion eingeleiteter Konjunktionalsatz).


Zitat:

"Des Weiteren geht man in der Klassik von einem intelligenten, gebildeten Bürger aus - folglich so einem Menschen wie das lyrische Ich einen darstellt."
Auch hier setzte mein Deutschlehrer ein Komma hinter "Menschen" und vor "wie". Wie ist es nun korrekt?

Abgesehen davon, dass der Satz nicht gerade einen Ausbund von Eleganz darstellt, ist auch hier zunächst zu fragen, ob eine hypotaktische Konstruktion vorliegt oder nicht.

Des Weiteren geht man ... aus = HS
- folglich [geht man von] so einem Menschen [aus] = asyndetisch (konjunktionslos) angeschlossene "Ergänzung"/Nachtrag des HS
wie das lyrische Ich einen darstellt = Nebensatz, ergo: Komma!

==> Dein Lehrer hat wie immer recht!
(hier könnte man zur Hervorhebung einer sprachlichen Pause, und damit des "immer", ein Komma setzen.
==> Dein Lehrer hat, wie immer, recht!

Nicht möglich ist jedoch:
==> Dein Lehrer hat, wie immer recht!
...weil "wie immer recht" keinen Nebensatz darstellt.
Gast2005
Gast





BeitragVerfasst am: 02. Jun 2010 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist doch Schwachsinn. "als" leitet hier keinen Nebensatz ein, sondern tritt hier als Vergleich auf:
... enger als gedacht...

Daher kommt hier kein Komma hin!
Gast---
Gast





BeitragVerfasst am: 22. Jun 2010 18:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, in diesem Fall streiten die Geister sich wieder. Heutzutage ist doch fast alles möglich.
In der Regel setzt man zwischen zwei vergleichenden Satzelementen kein Komma - damit unterscheidet es sich von den Temporalsätzen, in denen "als" eine Zeitpunktbestimmung einleitet. Man würde ja auch nie schreiben: "Ich bin schneller, als du." Für den ersten Satz würde ich persönlich also nie Kommata wählen.

Beim zweiten Satz jedoch hätte ich wohl auch eines gesetzt. Vielleicht ist es nach neuer deutscher Rechtschreibung möglich, es auch wegzulassen, aber das "wie" kann man in diesem Satz wohl modal sehen (Art und Weise). Ansonsten ist ein Vergleich aber meines Wissens auch nicht falsch.

Mein Lehrer hat einmal genau die gleichen Dinge bei mir verbessert (auch wenn es ein Geschichtsaufsatz war), und da habe ich mich auch darüber gewundert. Ich denke, die meisten Lehrer kommen einfach mit der Rechtschreibreform nicht mehr so recht klar.
Mr.Komma
Gast





BeitragVerfasst am: 02. Nov 2010 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

Wikipedia -> Kommaregeln:

Das Komma trennt Vergleichssätze, eine Form der adverbialen Nebensätze, die mit „als“ oder „wie“ eingeleitet werden, vom übergeordneten Satz.

Bsp.:

„Dein Zeugnis war besser, als ich geglaubt hatte.“

Satz 1: Das Zeugnis war besser. Satz 2: Ich hatte geglaubt.

„Sie arbeitete genauso lange, wie sie es vorgehabt hatte.“

Satz 1: Sie arbeitete genauso lange. Satz 2: Sie hatte es vorgehabt.

Wenn der zu vergleichende Teil des Satzes jedoch kein vollständiger Satz ist, dann entfällt das Komma:

„Ich mag Milcheis lieber als Fruchteis.“
„Ich bin genauso klug wie du.“
BM
Gast





BeitragVerfasst am: 12. Sep 2012 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Mr. Komma hat vollkommen Recht Lehrer
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