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Macklemore1234



Anmeldungsdatum: 22.10.2012
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 22. Okt 2012 21:13    Titel: Meine gesamte Textanalyse Antworten mit Zitat

Hallo ich schreibe morgen eine Klausur in Deutsch über das Thema "Textanalyse." Nun habe ich eine Textanalyse als Übung geschrieben und wollte fragen ob ihr diese mal durchlesen könntet. Was haltet ihr davon?

Bei dem vorliegenden Text „Am Wühltisch“ von Olaf Krohn, der am 1.8.2004 in der Zeit veröffentlich wurde, handelt es sich um einen Kommentar. Im Mittelpunkt des Textes steht, die in Augen des Autors, negative Entwicklung in der Urlaubsindustrie. Seiner Meinung nach hat sich Urlaub innerhalb von kürzester Zeit zur Billigware entwickelt und dadurch an Wertschätzung verloren.

Dieser Text lässt sich in 4 Sinnabschnitte einteilen. Im ersten Sinnabschnitt (Zeile 1-9) nennt der Autor einige Gründe für diese Entwicklung. Dabei wirft er „aggressiven Reiseveranstaltern“ vor, bestimmten Ländern, den Ruf als Billigreiseziel zu verpassen. Neben Reiseveranstaltern sollen aber auch Medien zu dieser Entwicklung beigetragen haben, weil diese die Urlaubsbranchen, bereits bei moderaten Preisen als Preistreiber darstellen. Daraufhin sehen diese sich gezwungen ihre Preise zu senken. Der zweite Sinnabschnitt (Zeile 10-1Rock handelt von den unmittelbaren Folgen dieser Entwicklung.
Die Fehlkalkulation könnten sich ,nach Meinung Krohns, die Reisekonzerne gar nicht leisten. Hier bringt er das Beispiel des deutschen Reisekonzerns „Thomas Cook“, der vor kurzem seine beiden Manager gefeuert haben soll. Im dritten Abschnitt Zeile 19-29 kritisiert der Autor die Haltung der Kundschaft. Die Kundschaft sei viel zu spontan bei ihrer Urlaubsentscheidung und würde noch mit niedrigen Preisen dafür belohnt werden. In Zeile 30-41 kritisiert der Autor die Politiker für die Unterstützung von Billig Airlines. Er betrachtet es als kritisch, dass solche Unternehmen vom Staat subventioniert werden und an Steuern sparen. Das Flüge, im Preisverhältnis, den anderen Transportunternehmen(Buss oder Bahn) nahe stehen hätte einen schlechten Einfluss auf diese. Bei dem letzten Abschnitt (Zeile 42-52) lobt der Autor einige Entwicklungen bezüglich dieses Problems. Nur 2 der 75 Billigairlines würden mit Gewinnen arbeiten und nach Meinung des Autors auch nicht mehr lange. Außerdem würden nächstes Jahr weniger Flugzeuge an den Start gehen und somit soll es zu einer Verknappung des Angebots kommen. Flugunternehmen, wie bsp. die TUI würde anstatt günstige Flügen, versuchen qualitativ hochwertige Angebote auf den Markt zu bringen und dies soll durch Testkäufer überprüft werden.

Dieser Kommentar folgt der Intention uns Leser über die Tatsache zu informieren, dass Urlaub sich zur Billigware entwickelt hat und somit an Wertschätzung verliert. Gleichzeit appeliert der Autor indirekt an Teile der Urlaubsindustrie und nennt diesbezüglich auch Lösungsvorschläge, wie z.B. „eine Verknappung des Angebots.“ In seiner Argumentation nennt der Autor größtenteils Faktenargumente (z.B. Flüge kosten dasselbe, wie vor 15 Jahren), Aber es sind auch Autoritätsargumente(Dietmar Kastner, Chef der Rewe Marken ITS, Jahn-Reisen und Tjaereborg, schätzt..) vorhanden.

Der Text beginnt mit der Tatsache, dass Reiseveranstalter bestimmten Urlaubsorten den Ruf eines Billigreiseziels aufdrücken. Hierbei verwendet der Autor ein wertendes Adjektiv („aggressive Reiseveranstalter“) und einen Neologismus (Billigreiseziel). Aus dem wertenden Adjektiv wird direkt Kohns negative Einstellung bezüglich der Tatsache klar. Der Neologismus „Billigreiseziel“ bringt neben einer gewissen Abwechslung in den Satz und der Leser weiß sofort was mit dem Wort emeint ist. Es werden mehrere Information in nur einem Wort verpackt. Das Wort „Billigreiseziel“ ist gefolgt von dem eher aggresiven Verb „verpassen.“ Das Wort „verpassen“ wird verwendet, wenn etwas gegen dessen Willen geschieht und es ihm aufgedrückt wird. Solche eher „aggressiven Verben“ betonen nochmal die negative Haltung des Autors. Der zweite Satz enthält einen Neologismus mit einer metaphorischen Wirkung („touristischer Wühltisch.“) Das Stilmittel wird benutzt um die gesamte Situation bildlich zu veranschaulichen. Ein Wühltisch ist ein Tisch in Geschäften mit einem Berg voll von Sachen z.B. Klamotten. Es ist ein massiges und günstiges Angebot vorhanden. Mit dem Begriff „touristischer Wühltisch“ wird das gesamte Problem über nurein Wort veranschaulicht. Im nächsten Satz verwendet der Autor neben aggressiven Verben, den sehr interesannten Ausdruck „... als Preistreiber an den Pranger gestellt.“ Hierbei hat der Autor die Behauptung, dass die Konsumenten mehr profitieren als die Unternehmen, durch ein veranschaulichendes Faktenargument gestärkt.
Im Mittelalter wurden Verbrecher öffentlich am „Pranger“ geköpft und eines bestimmten Vergehens verantwortlich gemacht. In diesem Fall bezieht sich dies auf die unschuldigen Reiseunternehmen, die ,laut Kohn, bei moderaten Preisen über die Medien blosgestellt werden. In Zeile 10-22 behauptet der Autor, dass die Unternehmen sich solche Billigangebote nicht leisten könnten. Anschließend belegt er dies über ein Autoritätsargument, indem er die Meinung von „Dietmar Kastner, Chef der Rewe Marken ITS, Jahn-Reisen und Tjaereborg“ miteinbezieht. Er schlussfolgert seine Behauptung durch ein Faktenargument und bezieht die schlechte wirtschaftliche Situation des deutschen Reiseunternehmens „Thomas Cook“ mitein. Dieser soll aufgrund schlechter Bilanzen seine beiden Manager gefeuert haben. In diesem Abschnitt verwendet der Autor zahlreiche metaphorische Ausdrücke. Der metaphorische Ausdruck „Vielen Firmen steht das Wasser bis zum Hals“, veranschaulicht die Situation der Unternehmen. Wenn jemandem das Wasser bis zum Hals steht ,kriegt dieser für gewöhnlich ziemlich schwer Luft. In diesem Zusammenhang bezieht sich dies auf die Firmen, die es nach Meinung Kohns ziemlich schwer haben und an der finanziellen Situation metaphorisch ersticken. Die nächste metaphorische Ausdruck „in die Wüste schicken“ macht es Abwechslungsreich für den Leser und ist gefolgt von der nächsten Wortneuschöpfung „Goldgräberstimmung.“ Der begriff Goldgräberstimmung beschreibt die Zuversicht auf finanziellen Erfolg und verpackt diesen Zusammenhang in nur einem Wort. Anschließend schlussfolgert der Autor mit den Gründen dieser Entwicklung und verwendet eine Reihung, die sich auf das zuhohe Angebot bezieht. Die Reihung „Flugzeuge, Urlaubsziele, Reisebüros, Hotelbetten“ spezifiert nochmas das zu hohe Angebot und gibt diesen Ursachen ein Betonung. In dem Anschließenden Abschnitt Zeile 22-32 kritisiert der Autor die Spätbucher Einstellung der Konsumenten, welche wiederum mit hohen Preisabschlägen dafür belohnt werden. Er belegt seine These durch das Faktenargument, dass viele Menschen ihre Urlaubsentscheidung so spontan wie ein Kinobesuch fällen. Dieser Abschnitt beinhaltet neben den Neologismen (Frühbucher Offensive + Geiz-ist-Geil Mentalität), einen Vergleich (wie ein Kinobesuch) und metaphorische Ausdrücke („Schlaraffenland für Schnäppchenjäger“+ „Toreschluss auf Teufel komm raus“). Ein nichtzuvor verwendetes Stilmiittel ist der Vergleich mit dem „Kinobesuch“ . Hier vergleicht der Autor die Spontanentscheidung für ein Urlaub mit der eines Kinobesuches. Solch ein Vergleich ist doch sehr extrem und verleiht dem Faktenargument eine noch größere Überzeugungskraft. Im weiteren Verlauf des Textes kritisiert der Autor die Verkehrspolitker für die Situation in der Tourismusbranche. Olaf Kohn stützt es mit dem Faktenargument, dass Billigairlines von den Politikern hoch subventioniert werden und sogar an Steuern sparen. Darauffolgend findet eine Überleitung von dem Vergleich(„...wie ein letztes Bier vor dem Start“)zu einer Schlussfolgerung statt. Die Schlussfolgerung hat einen negativen Charakter (Fremdweh verliert ihre Verheißung + die Fremde Ihren Zauber). Der negative Charakter des Abschnittes wird gestützt durch negativ wertende Adjektive (absurd billig+spottbillig). Am Ende des Textes werden die positiven Entwicklung bezüglich dieses Problems herausgestellt und durch Faktenargumente belegt. Besonder die zu Anfang gesetzte Metapher (Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels) veranschaulicht den Schluss und gibt diesem einen positiven Charakter. Diese Metapher bedeutet wörtlich übersetzt „Es gibt Hoffnung“ und spiegelt die Position des Autors, der gegen die Billigreisen ist, wieder.

Anschließend bewerte ich die Struktur des Textes als sehr gelungen. Der Autor verwendet Unterthesen , die er wiederum durch gezielte Argumente stützt. Es sind sowohl Faktenargumente als auch Autoritätsargumente vorhanden. Allerdings würde ich hierbei empfehlen auf mehr Autoritätsargumente zu greifen. Außerdem ist es sehr lobenswert, dass der Autor seine Unterthesen und Argumente mit rhetorischen Mitteln beschmückt. Aufgrund vieler wertender Adjektive und Verben wird die Position des Autors schnell deutlich. Meiner Meinung nach ist dies sehr positiv bezüglich seiner Intention. Dieser Text besitzt wiegesagt eine Informationsfunktion und soll besonders die Meinung des Autors hervorheben. Besonder die Metapher die gezielt den Schluss einleitet, spiegelt die Position des Autors direkt wieder. Dadurch, dass das Problem noch nicht vollständig behoben ist, wird über die Metapher auch noch mal die indirekte Appellfunktion gegenüber Reiseveranstaltern deutlich. Zusammenfassen halte ich den Kommentar für überzeugend und immer noch Aktuell.

Titel editiert (Dennis2010): Bitte kein Drängeln!
oberhaenslir



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 748

BeitragVerfasst am: 03. Nov 2012 21:56    Titel: Glaubst du tatsächlich, dass das jemand lesen mag? Antworten mit Zitat

Glaubst du tatsächlich, dass das jemand lesen mag?
Gast11022013
Gast





BeitragVerfasst am: 03. Nov 2012 22:01    Titel: Re: Glaubst du tatsächlich, dass das jemand lesen mag? Antworten mit Zitat

oberhaenslir hat Folgendes geschrieben:
Glaubst du tatsächlich, dass das jemand lesen mag?


Wieso denn nicht, oberhaenslir?
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