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Der Sandmann Analyse
 
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bestimmt



Anmeldungsdatum: 23.01.2011
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 23. Nov 2011 00:31    Titel: Der Sandmann Analyse Antworten mit Zitat

Hallo

Ich schreibe bald eine Analyse zu der Sandmann.
Wir müssen eine Textstelle analysieren und meine Frage ist , ob ich in der Einleitung das gesamte Buch erstmal zusammenfassen kann und dann auf die Textstelle genauer eingehe.

Gruß
bestimmt



Anmeldungsdatum: 23.01.2011
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 15. Dez 2011 18:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe heute meine Deutsch Klausur zurückbekommen.
Aufgabe war folgende: Interpretieren Sie das Gespräch zwischen Nathanael und Siegmund aus "Der Sandmann" von E.T.A Hoffmann !
Arbeiten Sie heraus, welche Lebensformen zum Ausdruck kommen. Überlegen Sie, ob oder inwiefern die Fantasie eine produktive Kraft sein kann.
Quelle: "Der Sandmann" Reclam S.32 und 33

Es handelte sich um eine 90 minütige Grundkurs Klausur in Deutsch.


Ich werde meine Klausur jetzt hier alles schreiben (exklusiv mit meinen Fehlern selbstverständlich) , damit ihr mich bewertet , indem ihr mir eine Note geben müsst. Ihr sollt Lehrer spielen und meine Klausur benoten. Sinn der Sache ist es , inwiefern die Bewertung meiner Lehrerin von eurer abweicht. Bitte liest euch meine Klausur komplett durch , es ist harte Arbeit, alles jetzt aufzuschreiben.

Es geht los:

Die Aufklärung hatte den Gebrauch der Vernunft als Lösung und Erklärung für alle Probleme der Welt idealisiert und die Erziehung der Fürste zu einem humaneren Herrschafsstil gefördert. Doch schon im frühen 19.Jh. entwickelte sich, nicht zuletzt unter dem Eindruck der repressiven Monarchen der Reaktionszeit, eine völlig konträre Sichtweise: die Romantik. Die Künstler und Schriftsteller sehen den Menschen nicht erhaben über die Natur, sondern ganz im Gegenteil, unerklärlichen Naturgewalten ausgeliefert. An die Stelle der Reaktionszeit ist die Emotiion getreten. Leidenschaften, extreme Gefühle und vor allen in der schwarzen Romantik, die Irrationalität, der Wahnsinn und finstere Mächte werden zum bevorzugen Thema der Kunst. In Hoffmanns Novelle "Der Sandmann" ermöglicht uns der Autor einen , nicht zuletzt auch kritischen Einblick in diese Zeit. Das Ziel einer Novelle ist die Darstellung einer bestimmten, neuartigen Erscheinung. Neen dem beginnenden Paradigmenwechsel in der zeitgenössischen Psychiatrie beleuchtet Hoffmann auch die Gesellschaft seiner Zeit. Er betrachtet die romantischen Künstler ebenso kritisch wie die kalten, prosaischen Vertreter der Aufklärung. Um diese Ziele zu erreichen kennt die typische Novelle das Stilmittel sich auf klar definierte Kernmotive und Strukturprinzipien zu beziehen. Hoffmann hat im Sandmann solche zentralen Motive verwendet. Das 1816 erschienene Novelle kann (lässt sich) wie folgt kurz zusammengefasst werden. Ein junger, seit einem psychischen Zusammenbruch in seiner Kindheit wohl unter Wahnvorstellungen leidender Student namens Nathanael , vergisst seine Verlobe Clara und verliebt sich in einen von ihm für menschlich gehaltenen Automaten namens Olimpia.



Das Gespräch zwischen Nathanael und seinem Freund Siegmund zeigt die verschiedenen Charakterzüge dieser beteiligten Personen und ihre jeweilige Auffassung über die Person Olimpia , die ebenfalls in einem Gegensatz stehen. Für Siegmund ist es unerklärlich , wie sein Freund Nathanael der ihn als sein Bruder ansieht , sich in Olimpia, einer Holzpuppe verlieben konnte (S.34, Z. 2-5). Dass Siegmund den Ausdruck "Holzpuppe", könnte zu der Vermutung führen, dass er zumindest den Verdacht hat, Olimpia sei eine Androide. Im gegenwärtigen Zusammenhang scheint er den Ausdruck jedoch in einer anderen Bedeutung zu gebrauchen. Olimpia ist für ihn ein Mensch, der einer Holzpuppe bzw. einem künstlichen Menschen ähnelt, nicht jedoch definitiv ein Automat, der als Mensch auftritt. In einer Frau mit mehr oder weniger starkem automatenhaften Zügen aber würde seiner Ansicht nach ein "gescheuter Kerl" wohl kaum vergaffen. Für Nathanael hingegen ist es unerklärlich, dass Siegmund, eine Person mi teinem klar auffassenden Blick Olimpias himmlischer Liebreiz entgehen konnte (S. 34, Z. 7-9).Nathanael würde soweit gehen und Siegmund umbringen, wenn er ein Nebenbuhler wäre. Die Textstellen auf Seite 34, Z. 15-29 scheint sich zu ergeben , dass alle anderen Beteiligten ansatzweise erkennen, dass es sich bei Olimpia um ein künstlichen Menschen handelt und dass nur Nathanael aufgrund seiner psychischen Störung auf die Täuschung hereinfällt. Siegmund vergleicht Olimpia in dieser und jener Hinsicht mit einem Androiden, ohne sie jedoch insgesamt als künstlichen Menschen zu begreifen: er ordnet sie vielmehr als Mensch mit starken automatenhaften Zügen ein. Er ist auf für ihn "auf seltsame Weise starr udn seelenlos erschienen." (S.34, Z. 16-17). Sie zeigen wie manche andere Menschen auch eine gewisse Starrheit und Steifheit. Sie erscheint nicht als im strikten Sinn seelenlos, sondern als weniger seelenvoll als andere. Ihr fehlt z.b eine bestimmte Ausstrahlung. Ihr Blick ist "ohne Lebensstrahl" , ohne Seekraft(S.34, Z. 20-21). Ihr Blick ist weniger lebendig als de rBlick anderer Menschen. Sie erscheint nicht als völlig ohne Seekraft , sondern als ein Mensch , der über weniger Sehkraft verfügt als andere. Nathanael hingegen ist dem poetischen Gefühl enthofft, nur er sei in der Lage, sie zu verstehen, weil er sich von Olimpia verstanden fühlt. In Olimpia findet er sich selbst wieder (S. 34, Z. 35-37) Nathanael gilt als Extremfall romantischer Weltansicht. Er ist ein sensibler, phantasie begabter Mensch, der für alles wunderbare empfänglich ist. Seine Gefühlseindrücke verdichten sich zu einer inneren Bilderwelt, Imagination und Wirklichkeit geraten durcheinander. Er verfügt allem über ein poetisches Gemüt, er allein kann sehen, alle anderen sieht er als proasische Menschen an. Nathanaels romantischer Subjektivismus führt ihn bis hin zur Selbstzerstörung. Man könnte die Vermutung annemen, dass Nathanael in seinem Unterbewusstsein Olimpias jenseitige Züge erkennt. Er möchte sie aber nicht sehen. Siegmund sieht in seinem Gespräch keienn Sinn mehr, Nathanael über Olimpia aufzuklären und meint , dass Nathanael sich auf bösem Wege befindet, aber er Nathanael immer auf seiner Seite stehen werde und ihn immer helfen wird und reicht herzlich die dagebotene Hand.



Nathanel ist eine Person, die immer wieder seine Wahnvorstellungen überlagen, seine Fantasie , seine Wahrnehmungen. Zwischen Wahrnehmung und Fantasie kann er nicht unterscheiden. Was er wahrnimmt , wird mehr und mehr Ausdruck seiner nazistischen Strebungen, ist Projektion seiner Wünsche.


Welche Note würdet ihr für diese Klausur geben?
Und wie findet ihr die sprachliche Darstellungsleistung?


Freue mich auf eure Kommentare.

LG
Gast11022013
Gast





BeitragVerfasst am: 17. Dez 2011 12:43    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich erfüllst Du die Aufgabenstellung nahezu gar nicht:

Du sollst das Gespräch interpretieren, das tust Du aber nicht, Du erzählst dessen Inhalte nur indirekt nach. Und wo Du Ansätze zeigst, führst Du diese nicht näher aus.

Der Vorspann ist viel zu lang und klingt fast so, als hättest Du vorher einen Lexikoneintrag zur Epoche der Romantik auswendig gelernt.


Der sprachliche Ausdruck ist hingegen gut bis sehr gut (wobei ich eben nicht so richtig einordnen kann, ob das wirklich von Dir stammt. Aber das lasse ich bei der Bewertung mal außen vor und dahingestellt). Deswegen würde ich alles in allem eine 3 bis 3- geben. Ich kann mir aber vorstellen, dass ein Lehrer auch durchaus eine schlechtere Note geben könnte, da für ihn einfach die Aufgabe nicht erfüllt ist und er nicht so diplomatisch sein könnte, wenigstens die Sprache angemessen zu bewerten.




[Dies ist ausschließlich meine Bewertung. Ich bin weder Lehrer, noch sonst irgendwie didaktisch geschult. Und natürlich kenne ich nicht den Katalog an Anforderungen, der der Bewertung Deines Lehrers bzw. Deiner Lehrerin zugrunde lag. Achja: Ich möchte Dich auch keineswegs kränken oder verärgern. Wir sind ja da, um ehrliche Kritik zu geben.]
bestimmt



Anmeldungsdatum: 23.01.2011
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 18. Dez 2011 02:25    Titel: Antworten mit Zitat

Richtig. Meine Lehrerin meinte ebenfalls, dass ich nicht auf die Aufgabe eingegangem bin. Wobei ich nicht verstehen kann, warum eigentlich ... Ich fasse den Inhalt zusammen und deute die zugrunde gelegten Aussagen. Ich wäre einverstanden, wenn man mir sagen würde, dass ich die Aufgabe nicht gut gemacht habe, aber nicht , auf die Aufgabe nicht eingegangen bin.
Aber anscheind halt doch.

Zu der Sprache bekam ich unter anderem folgendes:
"einfache, z.T. ungenaue, ggf. wiederholende Lexik, überwiegend einfacher Satzbau".

Weder du, noch ich , können die Bewertung meiner Lehrerin vertreten.

Ich bekam für die Klausur 4 Punkte , also eine 4-.
Sprache Darstellungsleistung (4 Punkte)
Sprachliche Korrektheit ( 1 Punkt)

Fassen wir zusammen:
Aufgrund der unerfüllten Aufgabenstellung kam es zu der schlechten Note. Zur Kenntnis genommen. Die Bewertung der Sprache hingegen nicht.

Eine Frage, mir wird Mängel in der Korrektheit des Zitierens zugeschoben. Warum eigentlich? Muss man wirklich jedes mal die Sätze zitieren, reichen die Seitenangabe + die Zeilenangabe nicht aus? Es ist doch verschwendete Zeit den Satz mitzuschreiben.

LG
Gast11022013
Gast





BeitragVerfasst am: 18. Dez 2011 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

Also die Bewertung der sprachlichen Leistung kann ich in der Tat nicht so gut nachvollziehen. Dass Du überwiegend einen einfachen Satzbau verwendest, würde ich so zum Beispiel nicht bestätigen wollen.

Ansonsten erfüllst Du die Aufgabenstellung nicht, wie gesagt, weil Du nicht interpretierst und auch keine Aussagen deutest, sondern diese in eigenen Worten nacherzählst. Deine Deutung geht nirgends über das eigentliche Gespräch hinaus, sondern gibt lediglich die Positionen der Figuren wieder, ohne diese jemals zu übersteigen. Oder anders gesagt: Du bleibst immer im Rahmen des Gesprächs und verlässt diesen nie, es wird also keine eigene, das Gespräch übersteigende Sichtweise erkennbar. Das ist dann keine Interpretation.

Was das korrekte Zitieren angeht, musst Du halt zwischen direkten und indirekten Zitaten unterscheiden. Bei indirekten Zitaten schreibt man dann "vgl. Z. 17 ff". Ich nehme mal an, dass das ein Kritikpunkt ist, dass Du da nämlich keine Unterschiede gemacht hast.


Vielleicht geben diese Links einen Überblick über den richtigen Umgang mit Zitaten:

http://www.wissenschaftliches-arbeiten.org/zitieren/direkte-und-indirekte-zitate.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Zitat#Sinngem.C3.A4.C3.9Fes_Zitat
[hier insbesondere: sinngemäßes Zitat]
bestimmt



Anmeldungsdatum: 23.01.2011
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 18. Dez 2011 19:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ist es grundlegend falsch , wenn die Zitiertechnik wie folgt erfolgt:

Für Nathanael hingegen ist es unerklärlich, dass Siegmund, eine Person mit einem klar auffassenden Blick Olimpias himmlischer Liebreiz entgehen konnte (S. 34, Z. 7-9)

Ich denke nicht , dass das falsch ist, es handelt sich hierbei um ein indirektes Zitat und das ist ja nicht falsch!

Was meine Lehrerin jetzt verlangt ist , dass der Satz mit zitiert wird, also:

Für Nathanael hingegen ist es unerklärlich, dass Siegmund, eine Person mit einem klar auffassenden Blick Olimpias himmlischer Liebreiz entgehen konnte "oh du schöne, das ist hier nur ein test)" (S. 34, Z. 7-9).

Wenn diese Zitiertechnik nicht erfolgt , ist das ein Fehler, zur Unrecht finde ich, oder?


Eine letzte Frage noch und zwar , war mine Vorgehensweise in meiner Klausur eher in die Richtung einer Szenenanalyse zuzuordnen?
Analyse , Interpretation, streng genommen ist alles dasselbe, finde ich. (ist es aber nicht ;-) )
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